Die perfekte Selbstpräsentation: So wird's was mit dem Traumjob

Ein Interview mit Personalverantwortlichen kann Bewerber*innen ganz schön ins Schwitzen bringen. Was es dafür zu beachten und vor allem zu vermeiden gilt, verrät uns AK-Bildungsexperte Ernst Haunholter.

Worum geht es den Personalverantwortlichen? Wie hinterlässt man einen guten Eindruck? Was gilt es unbedingt zu beachten und was sind No-Gos? Die wichtigsten Punkte aus dem Gespräch mit Ernst Haunholter von der AK Tirol im „Gut zu wissen"-Podcast haben wir hier für Sie zusammengefasst.

Den "Gut zu Wissen"-Podcast in voller Länge können Sie hier hören:

Über die Jahre hat sich im Bewerbungsprozess so manches verändert. Zwei Regeln bleiben jedoch stets gültig: Man muss sich über die Firma bzw. die Stelle, für die man sich bewirbt, gut informieren und sich außerdem mit sich selbst befassen.

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Als Personaler möchte man sein Gegenüber kennenlernen. Wer ist diese Person? Passt sie in den Betrieb bzw. in die angestrebte Abteilung? Kann man sich vorstellen, sie mehrere Jahre im Betrieb zu behalten? Um positiv in Erinnerung zu bleiben, sollte man sich auf das Bewerbungsgespräch gut vorbereiten. Eine Recherche über den Aufbau des Unternehmens und wenn möglich auch die Abteilung bzw. die Stelle, für die man sich bewirbt, ist angebracht.

Auch mit der eigenen Person muss sich auseinandersetzen: Auftreten, Schwächen und Stärken, Selbstbild - all diese Dinge sollte man gut erläutern können. Dazu macht es auch Sinn, Andere zu fragen: Wie siehst du mich? Voraussetzung ist, dass das Gegenüber ehrlich ist.

Schwächen so zu präsentieren, dass sie auch als Stärken gedeutet werden können, ist eine Fähigkeit, die beim Vorstellungsgespräch von Vorteil ist. Ein Beispiel: Ich bin penetrant, oder: Ich bin hartnäckig und bleibe an einer Sache dran, bis sie beendet ist.

Man muss allerdings authentisch bleiben. Es geht darum, sich selbst positiv darzustellen, sich aber gleich zeitig treu zu bleiben. Dazu gehört auch, keine Antworten auf Fragen auswendig zu lernen. Man kann häufig gestellte Fragen recherchieren und überlegen, was man darauf antworten könnte, jedoch ohne fixe Wortlaute auswendig zu lernen.

Im Laufe des Gesprächs können auch Fragen auftreten, die einen aus dem Konzept bringen sollen – wichtig ist, ehrlich und authentisch zu antworten.

Häufig gestellte Fragen:

- Was sind ihre Schwächen und Stärken?

- Wo sehen Sie sich in 5, 10, 15 Jahren?

- Fragen zum früheren Unternehmen/Arbeitsplatz: hier sollte man nicht zu sehr ins Detail gehen oder zu negativ sprechen. Auch Politische Einstellungen sollten nicht unbedingt angesprochen werden.

In punkto Kleidung gilt es, sich dem Anlass, dem Betrieb und der Stelle entsprechend zu kleiden. Es ist ein Unterschied, ob man sich in einer Metzgerei oder in einer Bank bewirbt. Dezentes Parfüm, Elegantes Auftreten kommen allgemein gut an.

Offenheit, Freundlichkeit und Höflichkeit bestimmen einen positiven ersten Eindruck. Auch Aufmerksamkeit und gutes Zuhören spielen eine große Rolle; bereits beim Small Talk. Pünktlichkeit ist das A und O. Man sollte im Gespräch außerdem darauf achten, nicht nur Ja/Nein-Antworten zu geben und dem Unternehmen auf gleichem Niveau zu begegnen – weder abgehoben noch unterwürfig.

Auch für die heikle Gehaltsfrage ist Vorbereitung sehr wichtig. Wie werden andere Stellen im Betrieb oder ähnliche Stellen in anderen Betrieben entlohnt? Was stelle ich mir selbst vor? Auch andere Benefits innerhalb der Firma sollten beachtet werden.

Forderungen darf man stellen – aber nicht alle Forderungen können immer erfüllt werden. Es ist möglich, Zeitmodelle zu hinterfragen (4-Tage-Woche, Gleitzeit etc.). Es gilt allerdings, geschickt zu formulieren und solche Themen nicht gleich zu Beginn des Bewerbungsgespräches anzusprechen.

Fragen zum Unternehmen bzw. zur weiteren Vorgangsweise, Einschulung, oder Weiterbildungsmöglichkeiten werden beim Vorstellungsgespräch erwartet.

No Gos beim Vorstellungsgespräch:

- Zu lange herumreden

- Schimpfen oder sich negativ über andere Personen/Firmen äußern

- Private Angelegenheiten ausplaudern

Getränke können gerne angenommen werden, aber ohne Extrawünsche. Essen sollte eher vermeiden werden, da Krümel und ein voller Mund nicht besonders elegant wirken.

Von Vanessa Grill, erschienen am 22.10.2022.

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