Die Zukunft der Arbeit

Das Zukunftsinstitut, ein Beratungsunternehmen in Wien und Frankfurt, beschäftigt sich mit der Entwicklung der Arbeit. Der wissenschaftliche Direktor des Instituts, Stefan Tewes, rät zu lebenslangem Lernen.

Herr Tewes, was bedeutet „Zukunft“ für Sie?

Stefan Tewes: Das kann ich mit wenigen Worten erklären: Zukunft ist für mich ein Handlungsraum. Die Zukunftsforschung soll dabei helfen, der Gesellschaft und Wirtschaft eine Orientierung für die Zukunft zu bieten.

Das Zukunftsinstitut hat kürzlich die Studie „13 Trends für die Zukunft der Arbeit“ veröffentlicht, was sind die auffälligsten Trends?

Tewes: Unsere Forschungen zeigen, dass vor allem der Trend der technosozialen Arbeitswelt in den nächsten Jahren immer wichtiger werden wird. Es geht dabei um die zunehmende Verschmelzung von Technologie und Sozialem. Damit beginnt eine neue Ära der Arbeitswelt: Technologie wird nicht mehr nur als Werkzeug, sondern als Partner genutzt. Doch auch der Trend Generational Leadership, ein Führungsstil, der verschiedene Generationen kooperativ in die Arbeitswelt integriert, und die Explorer Networks, in denen Wissen und Erfahrungen ausgetauscht werden, um Innovationen zu fördern, sind Entwicklungen, die die Arbeitswelt prägen werden.

Welche Möglichkeiten haben insbesondere kleinere und mittlere Unternehmen, um sich von der Zukunft nicht überraschen zu lassen?

Tewes: Zunächst ist es wichtig herauszufinden, welche Trends für das Unternehmen die größte Relevanz haben, und ein Verständnis dafür zu entwickeln, wie diese das Geschäft beeinflussen werden. Im Anschluss gibt es die Herausforderung, diese Trends in konkrete Maßnahmen umzusetzen und in die Strategie einzubinden. Dieser Schritt braucht eine starke Zusammenarbeit aller Ebenen. Alle Abteilungen und Teams müssen eng zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass alle in die gleiche Richtung arbeiten.

Gibt es einfache Tipps, die Sie Führungskräften von KMU mit auf den Weg geben können?

Tewes: Um zukunftsfit zu sein, muss in den Unternehmen unbedingt eine Kultur des lebenslangen Lernens gefördert werden. Nur so können die Beschäftigten schnell auf Veränderungen reagieren und Innovationen schaffen. Dazu muss im Unternehmen aber auch eine gewisse innere Stabilität herrschen, denn eine Dauerveränderung führt am Ende nur zu Energieverlust und Erschöpfung.

Das Wichtigste aus dem Interview:

Trends für die Zukunft der Arbeit: Zunehmende Verschmelzung von Technologie und Sozialem sowie ein kooperativer Führungsstil, der verschiedene Generationen in die Arbeitswelt integriert.

Herausforderungen für kleinere und mittlere Unternehmen (KMU): Für KMU ist es wichtig, ein Verständnis dafür zu entwickeln, wie diese Trends das Geschäft beeinflussen werden - die Unternehmensstrategie sollte an diese angepasst werden.

Tipps für Führungskräfte von KMU: Förderung einer Unternehmenskultur des lebenslangen Lernens. Dies ermöglicht Mitarbeitenden, schnell auf Veränderungen zu reagieren und Innovationen zu schaffen.

Erschienen am 13.01.2024 in der Tiroler Tageszeitung - Das Gespräch führte Denise Neher

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