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Gesucht: Chef(in) mit Empathie
Führungskräfte ohne Empathie werden straucheln, sagt Expertin Claudia E. Gschwind. In Gesprächen mit künftigen Chefs achtet die Headhunterin darauf, wie empathisch ihr Gegenüber ist.

Zur Person: Claudia E. Gschwind ist Geschäftsführerin des auf die Gesundheitsbranche spezialisierten Executive-Search-Unternehmens HealthCorp Partners, mit Sitz unter anderem in Tirol. Sie berät Unternehmen der Gesundheitsindustrie bei der Besetzung von Top-Positionen und bei ihrer Personalstrategie. Gschwind studierte Betriebswirtschaftslehre sowie Arbeits- und Organisationspsychologie an der Ludwig-Maximilians-Uni München.
Wie sieht Ihre Definition von Empathie aus?
Claudia E. Gschwind: Empathie ist die Fähigkeit, Emotionen, Wertvorstellungen, Bedürfnisse, Gedanken, Motive und Persönlichkeitsmerkmale einer anderen Person zu erkennen, zu verstehen und nachzuempfinden.
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Warum ist Empathie in der Arbeitswelt wichtig?
Gschwind: Weil wir ein Arbeitsumfeld benötigen, das von Vertrauen, Zugehörigkeit und Nähe geprägt ist. Nur so können wir unser volles Leistungspotenzial abrufen und uns weiterentwickeln. Empathie ist auch ein Schlüsselfaktor für erfolgreiche Stressbewältigung. Führungskräfte ohne Empathie werden früher oder später straucheln.
Kann man Empathie lernen bzw. trainieren?
Gschwind: Ja, indem ich mich selbst reflektiere und etwa die Beziehungen zu meinem Netzwerk hinterfrage. Ich kann auch konkrete Übungen dazu machen, indem ich etwa versuche, fremde Menschen, die sich in einem Raum befinden, zu „lesen“.
Wie erkennen Sie Empathie in Bewerbungsgesprächen für Topjobs?
Gschwind: Man kann ganz gezielt Fragen an den Bewerber oder die Bewerberin stellen: Wenn ich das Beispiel „Konzentration auf die Person“ nehme, frage ich mich, schaut der Bewerber oder die Bewerberin den Interviewer direkt an, kann er oder sie den Fokus, die Mimik, Gestik und Körpersprache von mir als Interviewerin lesen, wenn ich diese gezielt einsetze? Ich kann mir auch Beispiele nennen lassen, wann er oder sie schon einmal versucht hat, die Beziehung zu Kollegen und Kolleginnen wirklich zu analysieren und zu hinterfragen. Hat jemand in schwierigen Situationen das Arbeitsumfeld um Rat gebeten? Wann hat jemand etwas aus einer sozialen Beziehung gelernt? Es gibt also vielfache Möglichkeiten, dass ein geschulter Interviewer oder eine geschulte Interviewerin das tatsächlich im Bewerbungsgespräch auch erkennt. Aber natürlich muss man auch über die notwendige Fähigkeit verfügen, es entsprechend auszuwerten.
Das Gespräch führte Denise Neher
Was eine empathische Führungskraft auszeichnet
Empathische Menschen konzentrieren sich auf eine Person und können sowohl Mimik als auch Körpersprache lesen. Sie managen Stress durch Gespräche, sie lernen von anderen und sind neugierig auf die Lösungsansätze anderer.
Die Sprache: Empathische Menschen sprechen bildhaft und nutzen das Element des Storytellings. Sie erzählen gute Geschichten, die hängen bleiben. „Dies ist eine sehr effektive Methode, um sich mit Menschen zu vernetzen“, erklärt Emapthie-Expertin Claudia E. Gschwind.
Die Gefühle: Empathische Chefs können mit ihren Emotionen umgehen. Sie haben eine positive Einstellung zur Arbeit und begegnen anderen mit einem Lächeln. Und: Sie hinterfragen ihre eigenen Gefühle. Sie nutzen Methoden zur Selbstreflektion, um ihre eigenen Gefühle zu verstehen.
Das Feedback: Führungskräfte mit einer ausgeprägten Empathiefähigkeit geben gutes Feedback. Sie hören bei Konflikten genau zu. Und: Sie wissen, wann Menschen ermutigt werden müssen, und sie wissen, wie sie sie am besten erreichen.
Die Beziehungen: Empathische Vorgesetzte bauen nachhaltige Beziehungen auf, sowohl im Geschäfts- als auch im Privatleben. Sie entwickeln ein Netzwerk aus Mentoren, Freunden und Förderern, um ihre Ziele zu erreichen.
Von Denise Neher, erschienen am 04.06.2022 in der Tiroler Tageszeitung
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