Innovative Berufsbilder mit Zukunft

Telemediziner, Zukunftsmanager, Gaming-Experte, KI-Forensiker oder Cloud-Architekt sind Berufe, die in Zukunft verstärkt benötigt werden. Ein Überblick über diese fünf neuen Berufsbilder.

Welche Jobs haben Zukunft? Welche werden künftig von Maschinen und Künstlicher Intelligenz erledigt? Wird es klassische Berufe auch morgen noch geben? Die Zukunft bringt neue Berufsbilder mit sich. Das ist klar. Denn vor allem durch die Digitalisierung wird sich unsere Arbeitswelt noch stärker verändern, als dies bisher der Fall war.

Das bedeutet indes nicht, dass „alte“ Berufe wie Tischler, Lehrer, Buchbinder, Altenpfleger & Co. der Vergangenheit angehören. Traditionelles Fachwissen und moderne Technik sind hier schon seit Jahrzehnten verschmolzen. Und diese Berufe wird es auch weiterhin geben.
 

Es entstehen neue Berufsbilder:

Aber es entstehen künftig neue Berufsbilder, die wir uns vor ein paar Jahren noch gar nicht vorstellen konnten. So etwa, dass Mediziner über Tablet, Smartphone oder Laptop Patienten beraten, es Menschen braucht, die Entwicklungen in Gesellschaft, Politik oder Wirtschaft betrachten und Zukunftsszenarien ableiten oder künftig KI-Forensiker gesucht werden, die für Datenschutz in Unternehmen sorgen.
 

Ein Überblick über fünf neue Berufsbilder:

1. Telemediziner: Der Telemediziner setzt in seinem Beruf als Arzt auf digitale Prozesse. Das heißt: Er bietet digitale Sprechstunden an, digitalisiert Verwaltung und Administration der Behandlungen und nützt eine intelligente Software, die Behandlungsoptionen zu den jeweiligen Krankheitsbildern aufzeigt. In Tirol wird die Telemedizin etwa durch das bereits 2012 eingeführte Projekt Herz Mobil erfolgreich eingesetzt. Das Konzept dahinter: Der Patient zeichnet in seiner gewohnten häuslichen Umgebung Puls, Blutdruck und Gewicht auf. Diese Daten werden mithilfe einer speziellen Handy-App dem behandelnden Arzt übermittelt. Dadurch wurde ein deutlicher Rückgang an Krankenhausaufnahmen erreicht. 200 Patienten wurden 2020 durch Herz Mobil betreut, in Zukunft sollen es tirolweit mehr werden.


Die technologische Erfassung von Gesundheitsdaten ermöglicht digitale Sprechstunden durch Telemediziner.

2. Zukunftsmanager: Dieser betrachtet gesellschaftliche, technologische, ökonomische, ökologische und politische Entwicklungen und leitet entsprechende Zukunftsszenarien ab. Ziel ist es, Wandel frühzeitig zu erkennen, die Folgen zu interpretieren und Handlungsmöglichkeiten zu generieren, die langfristigen Erfolg sichern. Gerade dieses durch Corona bedingte Ausnahmejahr hat eindrücklich gezeigt, wie wichtig diese Berufssparte ist. So wurden beispielsweise die Forscher und Berater des Zukunftsinstituts in Frankfurt am Main und Wien im vergangenen Jahr häufig für Analysen, Trends und Zukunftsszenarien herangezogen. An der Freien Universität Berlin wird ein Studium der Zukunftsforschung angeboten.


Der Zukunftsmanager beschäftigt sich mit der Analyse und Prognosen von Wandlungsprozessen, um erfolgsbringende Maßnahmen für das Unternehmen abzuleiten.

3. Gamer: Gaming-Experte oder eSports-Manager: eSport begeistert schon längst die Massen und zählt wohl zu den am schnellsten wachsenden Medienformen der Gegenwart. Dabei umfasst der Bereich des eSports daswettbewerbsorientierte Spielen von Videospielen und dessen Übertragung im Internet. Das ist seit Jahren eine neue Branche, in der viele Karrierechancen möglich sind. Etwa als Gamer, Berater oder Manager. Viele Gamer haben eSports vom Hobby zum Beruf gemacht. Auch in Tirol: So hat die TT (gemeinsam mit der eSports Management Agency GmbH) schon 2019 das digitale Computerspielen hierzulande etabliert und mit dem „TT eSport Cup“ (www.tt-ecup.com) eine eigene eSport-Eventreihe in Westösterreich gegründet.


Esport ist ein Wettkampf, welcher in Computer- und Videospielen ausgetragen wird. Die Anzahl an professionellen Spielern und Turnier-Events nimmt stetig zu, sodass die Branche in Zukunft weiter wachsen wird.

4. KI-Forensiker: Um für den Datenschutz beim Einsatz von KI-gestützten Lösungen zu sorgen, werden viele Unternehmen künftig dazu übergehen, ihre Algorithmen von Forensik-Experten überprüfen zu lassen. Laut einer Prognose des IT-Analystenhauses Gartner werden demnach bereits 75 Prozent aller großen Unternehmen bis 2023 auf den Einsatz von Spezialisten für Forensik, Datenschutz und Kundenvertrauen setzen. Die KI-Forensiker überwachen die entwickelten Algorithmen, um das Marken- und Reputationsrisiko zu verringern und Fehler zu verhindern. Als Ausbildung für diesen Beruf eignet sich ein Hochschulabschluss in IT- oder digitaler Forensik.


Um Datenschutzverletzungen und Datenmissbrauch entgegenzuwirken setzen KI-Forensiker auf verschiedene Kombinationen von KI- und Risikomanagementinstrumenten.

5. Cloud-Architekt: Dieser entwirft und überwacht die Cloud-Strategie eines Unternehmens. Demnach ist er für Aufbau, Weiterentwicklung und Pflege der Cloud bzw. der Server verantwortlich, die den Mitarbeitern eines Unternehmens einen ortsunabhängigen Zugriff auf Daten ermöglichen. Gerade durch vermehrtes Teleworking und Home-Office wird diese Berufsgruppe in Zukunft am Arbeitsmarkt gefragt sein. Voraussetzung für diesen Job sind ein Ingenieur-oder Informatikstudium sowie Kenntnisse in ITSicherheit, Datenschutz und Cloud-Infrastrukturen.


Cloud-Architekten haben ein breites Einsatzfeld: vom Entwurf des Cloud Designs bis zur strategischen Beratung.

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Erschienen am 24.01.2021 in der Tiroler Tageszeitung

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