Jobportrait: Als Kosmetiker hautnah am Kunden arbeiten

Johann Troger ist in einem typischen Frauenberuf tätig: Er ist Kosmetiker und führt Schönheitsbehandlungen von Kopf bis Zeh durch.

 

Innsbruck - Johann Troger kam zu seinem, für einen Mann ungewöhnlichen, Beruf durch Zufall. "Ich habe in einer Arztpraxis gearbeitet, in der auch Kosmetikbehandlungen durchgeführt wurden, so kam ich auf den Geschmack," erklärt Troger. Mit 20 Jahren entschied sich der gebürtige Meraner, die Doppellehre Fußpfleger/Kosmetiker zu beginnen. "Ich war in der Berufsschule der erste männliche Lehrling im Kosmetikbereich seit 30 Jahren", weiß Troger. Dass er während der Lehrzeit manchmal besonders genau beobachtet wurde, war für ihn nie ein Problem. Nach der Lehre war es ihm wichtig, schnell die Meisterprüfung zu absolvieren.

Den 32-Jährigen faszinieren gleich mehrere Dinge an seinem Beruf: "Mich begeistert die medizinische Seite des Berufs, der ständige Kontakt mit Menschen und außerdem wollte ich immer mit meinen Händen tätig sein. Kosmetiker ist ein Handwerksberuf." Während der Lehrzeit erhalten angehende Kosmetiker ein fundiertes Wissen über die Haut, Kosmetikprodukte, Kosmetikinhaltsstoffe und die richtige Anwendung der Produkte, Instrumente und Geräte. Kosmetiker beurteilen Hauttyp und -beschaffenheit ihrer Kunden, beraten sie und führen pflegende und dekorative Behandlungen durch. Neben der Haut werden auch Schönheitsbehandlungen an Nägeln, Wimpern und Augenbrauen vorgenommen.

 "Die Menschen suchen immer mehr Entspannung vom hektischen Alltag, inzwischen gehen ja auch vermehrt Männer zur Kosmetik."

Troger ist seit einigen Jahren Studioleiter in einem Innsbrucker Kosmetikstudio. Sein eigenes Studio aufzumachen und Mitarbeiter zu beschäftigen, kann er sich nicht vorstellen, die Suche nach gutem Personal stellt er sich als zu schwierig vor. Vorurteile als Mann in einem typischen Frauenberuf erlebt Troger nur selten. "Vielleicht gibt es mal den ein oder anderen Kunden, der zunächst skeptisch ist, aber die Skepsis legt sich immer ganz schnell", erklärt Troger. Ein wesentlicher Grund, warum sich so selten ein Bursche bzw. Mann für diesen Lehrberuf begeistert, ist für Troger das vergleichsweise niedrige Lehrlingsgehalt, vor allem zu Beginn der Lehrzeit.

Die Kosmetikbranche entwickelt sich rasant. Es gibt laufend neue Behandlungsverfahren und -techniken sowie neue Präparate, etwa im Bereich von Anti-Aging oder Körperkosmetik. Ständige Weiterbildung ist für Kosmetiker daher ein Muss, Troger fährt dazu gern zu Schönheitsmessen, etwa in Deutschland.

Der Wahl-Innsbrucker ist überzeugt, dass sich der anhaltende Schönheits- und Wellnesstrend positiv auf die Berufsaussichten von Kosmetikern auswirkt. "Die Menschen suchen immer mehr Entspannung vom hektischen Alltag, inzwischen gehen ja auch vermehrt Männer zur Kosmetik."

Sie haben Interesse an einem Wellnessberuf? Klicken Sie hier!

Berufsportrait: Kosmetiker


Voraussetzungen: Kreativität, Geschicklichkeit, gute Auge-Hand-Koordination, Sinn für Ästhetik, Kunden- und Serviceorientierung.
Ausbildung: Die Tiroler Fachberufsschule für Schönheitsberufe befindet sich in Innsbruck. Die Lehrzeit der Doppellehre „Kosmetik und Fußpfleger“ beträgt drei Jahre.

Von Denise Neher, erschienen am 27.10.2019 in der Tiroler Tageszeitung

Job-Blog Mehr Artikel

Einblicke: Der Webstack der Tiroler Tageszeitung

Eilmeldungen vervielfachen Besucherzahlen in kurzer Zeit, permanent wechselnde Inhalte sollen in Sekunden verfügbar sein und schnelle Release-Zyklen dürfen eine ständige Verfügbarkeit nicht gefährden: So begegnet die TT diesen Herausforderungen.

Gesucht: Chef(in) mit Empathie

Führungskräfte ohne Empathie werden straucheln, sagt Expertin Claudia E. Gschwind. In Gesprächen mit künftigen Chefs achtet die Headhunterin darauf, wie empathisch ihr Gegenüber ist.

Was die Jungen vom Job wollen

Die nachkommenden Generationen haben andere Erwartungen an ihren Job bzw. Arbeitgeber - worauf Firmen jetzt achten sollten.

Job-Blog Mehr Artikel

Gesucht: Chef(in) mit Empathie

Führungskräfte ohne Empathie werden straucheln, sagt Expertin Claudia E. Gschwind. In Gesprächen mit künftigen Chefs achtet die Headhunterin darauf, wie empathisch ihr Gegenüber ist.

Was die Jungen vom Job wollen

Die nachkommenden Generationen haben andere Erwartungen an ihren Job bzw. Arbeitgeber - worauf Firmen jetzt achten sollten.

In luftigen Höhen unter Strom

Energietechniker wie Armin Eller planen, bauen, reparieren und warten Schaltanlagen.

Bestens vorbereitet auf den Job von morgen

Jobs in der IT sind in der Regel gut bezahlt, haben Zukunft und auch an Jobangeboten mangelt es nicht. Tirol bietet eine Vielzahl von Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für Computer- und Technik-Interessierte.

Mit Yoga als Therapie wieder gesund werden

Yoga wird auch therapiebegleitend nach schweren Erkrankungen, Long-Covid oder Operationen eingesetzt. Marie-Theres Wolfram verschreibt sich dieser erfolgsversprechenden, ergänzenden (Therapie-)Form.

Wege aus der Burnout-Spirale

Die Zahl der Burnout-Fälle geht durch die Decke. Experten sind überzeugt: Prävention ist wichtiger denn je, besonders auch für Unternehmen. 95 Prozent der Maßnahmen gegen Stress kosten nichts.

Jobportrait: Fahrradmechatroniker - Ein Spezialist für das E vor Bike und Roller

Als angehender Fahrradmechatroniker hält Simon Gwiggner E-Bikes in Schuss. Nicht nur die Fahrradbranche, auch die 2019 initiierte Lehre boomt.