Jobportrait: Als Stuckateur Kunstwerke für die Ewigkeit schaffen

Stuckateurmeister Robert Eisner fertigt nicht nur kunstvolle Gewölbe, Decken und Säulen. Er entwickelt ein atmosphärisches Gesamtkonzept.

Innsbruck - "Es ist schade, dass kaum noch jemand unser Handwerk ausübt", sagt Stuckateurmeister Robert Eisner. Die meisten Betriebe würden heute nur noch Trockenausbau machen, während das Kunsthandwerk mehr und mehr verschwinde, erzählt Eisner. Im Familienbetrieb, den er zusammen mit seinem Sohn Thomas führt, wird zwar auch - gemäß der Berufsbezeichnung Stuckateur und Trockenausbauer - Trockenausbau gemacht, spezialisiert sind die Eisners jedoch auf das Stuckhandwerk.

Um ein Stuckprofil herzustellen, muss Eisner zuerst eine Schablone anfertigen. Dazu zeichnet er zunächst das benötigte Profil auf ein Blech auf und schneidet es dann mit einer Blechschere aus. Im nächsten Schritt wird die Blechschablone zurechtgefeilt. Mit der fertigen Schablone wird daraufhin die gewünschte Profilierung in die Stuckmasse gezogen. "Das Material gibt mein Arbeitstempo vor. Bin ich zu langsam, wird der Gips hart. Gleichzeitig habe ich Wartezeiten, weil das Stuckprofil trocknen muss", erklärt der Stuckateur.

Nachdem die Arbeit in der Werkstatt getan ist, geht es für Eisner und sein Team weiter zur Kundschaft. Die Montage erfordere doppelt so viel Aufwand wie die Herstellung. Zudem arbeiten Eisner und seine Mitarbeiter oft außerhalb. "Wir hatten unter anderem schon Aufträge in West Palm Beach, der Schweiz und Liechtenstein", erzählt er. Dass Gips als Baustoff zurzeit boome, wundert den Stuckateur nicht. Das Material sei sehr vielfältig und günstig. Zudem klimaregulierend und atmungsaktiv, klärt er auf. Ein wahres Allroundtalent, genauso wie Eisner selbst.

"Meine Stuckarbeiten sind nur ein Teil des großen Ganzen. Um ein atmosphärisches Gesamtbild zu erlangen, müssen alle dafür notwendigen Handwerksarbeiten perfekt abgestimmt sein"

Der bietet seinen Kunden nämlich, neben der Anfertigung von Stuckhandwerk, auch noch die Planung und Koordination kompletter Umbauten an, einschließlich der Arbeiten von Handwerkern aus anderen Bereichen. Dafür sei ein gutes Netzwerk besonders wertvoll, erklärt er. Allem voran sei es ihm wichtig, eine Vertrauensbasis mit seinen Kunden zu schaffen. "Erst wenn klar ist, was der Kunde insgesamt möchte, beginne ich", erzählt Eisner. "Meine Stuckarbeiten sind nur ein Teil des großen Ganzen. Um ein atmosphärisches Gesamtbild zu erlangen, müssen alle dafür notwendigen Handwerksarbeiten perfekt abgestimmt sein", wirft er ein.

Das Schönste an seinem Beruf sei, dass man etwas mit seinen eigenen Händen schaffe, das einen bleibenden Wert habe, schwärmt Eisner. "Meine Arbeit macht ewig Freude, sie ist unvergänglich."

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Berufsportrait: Stuckateur


Voraussetzungen: Interesse an Handwerk, Geschick, Gründlichkeit, gepflegte Umgangsformen, Verlässlichkeit.
Ausbildung: Dreijährige Lehre zum Stuckateur und Trockenausbauer mit dreimal je zehn Wochen Berufsschule in Salzburg. Abschließende Gesellenprüfung, danach eventuell Meisterprüfung.

Von Natascha Mair, erschienen am 24.11.2019 in der Tiroler Tageszeitung

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