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Jobportrait: „Auch Polizisten dürfen Angst haben“
Streife fahren, Anzeigen aufnehmen, Verbrechen aufklären: Polizistin Judith Umach schätzt an ihrem Beruf, dass kein Tag wie der andere ist.

Innsbruck - Der Polizeiberuf biete alles, nur keinen eintönigen Alltag, erklärt Judith Umach, Bezirksinspektorin bei der Polizeiinspektion Innsbruck-Bahnhof, schmunzelnd.
Vereinzelt erlebt die 40-Jährige auch kuriose Einsätze, etwa wenn eine Heugabel aus nicht eruierbaren Gründen in einer Haustür steckt oder eine giftgrüne Schlange mitten auf der Straße mittels Schachtel eingefangen werden muss. Polizistin zu sein, heißt aber auch, zu gefährlichen Einsätzen gerufen zu werden, verletzt wurde Umach zum Glück noch nie. "Auch Polizisten dürfen in brenzligen Situationen Angst haben, allerdings lernen wir im Zuge unserer Ausbildung und unserer laufenden Fortbildungen, damit umzugehen", erklärt die Innsbruckerin. Umach hat einige Jahre als Volksschullehrerin gearbeitet, war dann aber auf der Suche nach einem Job, der sie noch mehr herausfordert - und so hat sie sich vor etwas mehr als zehn Jahren entschieden, in den Polizeidienst einzutreten.
Um Polizist bzw. Polizistin zu werden, ist die österreichische Staatsbürgerschaft erforderlich. Es braucht einen einwandfreien Leumund und männliche Bewerber müssen beim Bundesheer gewesen sein oder den Zivildienst geleistet haben. Alterslimit gibt es keines mehr. Das Auswahlverfahren besteht aus einer schriftlichen Auswahlprüfung sowie einem sportmotorischen Leistungstest. Die Durchfallquote liegt bei 30 Prozent. Die Grundausbildung dauert zwei Jahre und umfasst 17 Monate theoretische Fachausbildung und sieben Monate praktische Einführung in den Dienstbetrieb auf einer Polizeiinspektion. "Die Ausbildung ist für Männer und Frauen gleich, wobei ich schon glaube, dass eine Frau im Polizeidienst später manches anders angeht als ein Mann", erklärt Umach. Gerade bei Familienstreitereien oder bei Sexualdelikten könne die Anwesenheit einer Polizistin von Vorteil sein, meint die Innsbruckerin.
Vor Kurzem ist Umach die Karriereleiter ein großes Stück nach oben geklettert: Sie hat die Ausbildung zur dienstführenden Beamtin erfolgreich abgeschlossen und darf jetzt als Bezirksinspektorin kleinere Führungsaufgaben erledigen. Umach bezeichnet sich selber als "Allrounderin", sie mag die Abwechslung zwischen Innen- und Außendienst, auch Schreibtischarbeiten liegen ihr.
Der Beruf des Polizisten genießt ihrer Meinung nach immer noch hohes Ansehen, dennoch beobachtet sie, dass der Respekt gegenüber Polizeibeamten bei einigen Menschen zu wünschen übrig lässt. "Polizistin zu sein, das muss man mögen. Es braucht eine hohe Sozialkompetenz und eine dicke Haut."
Berufsportrait:
Voraussetzungen: Durchsetzungsvermögen, gutes Sehvermögen, Kommunikationsfähigkeit, physische Ausdauer, psychische Belastbarkeit, Reaktionsfähigkeit, Verantwortungsbewusstsein
Ausbildung: Die Polizeigrundausbildung erfolgt in jenen Bildungszentren, die im jeweiligen Aufnahmebundesland gelegen sind: In Tirol ist es das Bildungszentrum der Sicherheitsexekutive in Absam.
Von Denise Neher, erschienen am 22.09.2019 in der Tiroler Tageszeitung
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