Jobportrait: Das Heer zum Beruf gemacht

Marc Amoser macht als Berufsoffizier Karriere beim Heer. Mit 30 Jahren ist er für die Ausbildung und Führung von Hunderten Soldaten mitverantwortlich.

Innsbruck - Warum Berufsoffizier sein Traumjob ist, kann Hauptmann Marc Amoser schnell erklären: "Die Faszination des Berufs Berufsoffizier ist es, schon mit jungen Jahren eine hohe Führungsverantwortung zu haben", erklärt der 30-Jährige.

Es begann mit einem Tag der offenen Tür in der Haspinger-Kaserne in Lienz. "Ich war damals zehn, vielleicht elf Jahre alt und sofort fasziniert von den Uniformen und Fahrzeugen", erzählt Amoser schmunzelnd. Mit viel Ehrgeiz, aber auch mit ein wenig Heimweh absolvierte er in Wiener Neustadt das Militärrealgymnasium, das seit Kurzem den Namen "Schule für Führung und Sicherheit" trägt.

"50 Prozent bin ich draußen mit der Führung und Ausbildung der mir unterstellten Soldaten und Soldatinnen beschäftigt"

Anschließend schlug Amoser den klassischen Ausbildungsweg zum Berufsoffizier ein: Er begann mit dem "Einjährig-Freiwilligen-Jahr", das an verschiedenen Ausbildungsstandorten in ganz Österreich stattfindet. Anschließend müssen Offiziersanwärter die anspruchsvolle Aufnahmeprüfung an der ältesten Militärakademie der Welt, der Theresianischen Militärakademie in Wiener Neustadt, bestehen. Wer diese schafft, absolviert das dreijährige Fachhochschul-Bachelorstudium "Militärische Führung". Neben der militärischen Ausbildung beinhaltet das Studium viel Sport, fördert Handlungskompetenz und sozialkommunikative Kompetenz, vertieft militärisches Englisch, wirtschaftliche und politische Bildung oder auch Informatik-Kenntnisse. Am Ende der dreijährigen Ausbildung steht der Dienstgrad Leutnant und der akademische Grad "Bachelor of Arts in Military Leadership". Was der Manager in Großunternehmen ist, ist der Offizier in den einzelnen Bereichen des Bundesheeres. Typische Aufgaben von Berufsoffizieren sind militärische Planungs-, Führungs- und Managementfunktionen. Außerdem sind sie für die Ausbildung und den Dienstbetrieb beim Bundesheer zuständig.

Marc Amoser war nach seinem Studium in der Kaserne Landeck Infantriezugskommandant und Ausbildungsoffizier, seit April ist er beim Militärkommando Tirol in Innsbruck Kompaniekommandant-Stellvertreter und damit für 400 Bedienstete mitverantwortlich.

"50 Prozent meiner Zeit bin ich am Schreibtisch, vor allem am Flipchart beim Planen, 50 Prozent bin ich draußen mit der Führung und Ausbildung der mir unterstellten Soldaten und Soldatinnen beschäftigt", erklärt Amoser. Genau diese Abwechslung schätzt er an seinem Job beim Berufsheer besonders.

 

Berufsportrait:


Voraussetzungen: sehr gute körperliche Verfassung, Sportlichkeit, Führungskompetenzen, Kommunikationsstärke, gute Reaktionsfähigkeit
Ausbildung: Der sechssemestrige Bachelorstudiengang „Militärische Führung“ wird an der Theresianischen Militärakademie in Wiener Neustadt absolviert.

Von Denise Neher, erschienen am 13.10.2019 in der Tiroler Tageszeitung

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