Jobportrait: Data Scientists - Sie verstehen Daten

Heute zählt nicht nur, wer die meisten Daten sammelt, sondern wer sie am besten auswertet: Data Scientist lautet die Berufsbezeichnung.

Daten sind ihr Fachgebiet. Catherine Laflamme ist Data Scientist im Fraunhofer Innovationszentrum „Digitale Transformation der Industrie“ in Tirol.

Die junge Frau analysiert unstrukturierte Datenmengen, erkennt darin Muster und schafft damit eine Entscheidungsgrundlage für Unternehmen. „Es geht in meinem Beruf darum, die vielen Daten, die gespeichert werden, effizient zu nutzen“, sagt der Data Scientist. Denn heute zählt nicht nur, wer die meisten Daten sammelt, sondern wer sie am besten auswertet.

„Daten darzustellen, ist der erste Schritt für ein besseres Verständnis“, erklärt die gebürtige Kanadierin.

Zum Beispiel in der Industrie: Wenn bei einer Maschine ein Problem entsteht, kann es bei der Produktion zu Ausschuss führen. Ein Mitarbeiter, der 20 Jahre an dieser Maschine arbeitet, wisse aufgrund seiner Erfahrung genau, dass, sobald die Maschine diese Bewegung mache, es in zwei Stunden zu einem Defekt kommen werde, erläutert die Datenexpertin.



Die Daten darzustellen ist ein sehr wichtiger Schritt für das weitere Verständnis.

„Ein neuer Mitarbeiter hat diesen Erfahrungswert nicht.“ Er könne aber den Prozess anhand von Daten besser verstehen und dadurch vorhersagen, dass ein Problem eintreten wird. Etwa, wenn der Stromverbrauch erhöht ist oder die Temperatur ansteigt. Das Verstehen von Daten macht dabei 80 Prozent ihrer beruflichen Tätigkeit aus. Den restlichen Anteil vermittelt sie in ihrem Job zwischen Daten und Mitarbeitern.

Dafür muss die Wahltirolerin nicht nur vor dem Computer sitzen, sondern vor allem kommunizieren und dadurch ein Verständnis vom jeweiligen Prozess erhalten. Wie viele andere in diesem Beruf hat Laflamme einen ähnlichen Ausbildungsweg eingeschlagen. Die meisten kommen aus einem mathematischen oder physikalischen Umfeld.

„Ich habe in Kanada Physik studiert und bin für den PhD nach Innsbruck gekommen und geblieben“, erzählt sie. Nach ihrem Abschluss habe Laflamme etwas gesucht, in dem der analytische Aspekt im Vordergrund stehe, und gefunden. Seit mittlerweile drei Jahren arbeitet sie als Data Scientist und Entwicklerin.

Nachdem der Beruf des Data Scientist relativ neu ist, hat Laflamme sich zu Beginn alles autodidakt beigebracht. „Man programmiert Algorithmen um und probiert vieles selber aus, um die Methodik zu verstehen“, so Laflamme. Es sei wie Spielen. Man verstehe die Gleichungen, die dahinterstehen, erklärt sie. „Das ist, damals wie heute, der Reiz an meinem Beruf.“

Berufsportrait:


Voraussetzungen: Mathematikverständnis, logisches Denken, Kommunikationsfähigkeit, Prozessverständnis, Kombinationsfähigkeit, unternehmerisches Denken, Umgang mit sozialen Medien

Ausbildung: Es gibt unterschiedliche Ausbildungsmöglichkeiten, etwa ein Informatik-, Mathematik oder Physikstudium, das Masterstudium „Data Science & Intelligent Analytics BB“ an der FH Kufstein, der Lehrgang „Data Science“ an der Universität Innsbruck oder „Digital Business Analytics“ am MCI.

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Erschienen am 13.02.2021 in der Tiroler Tageszeitung

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