Jobportrait: Eismeister - Handarbeit und viel Präzision auf dem Eis

Schaufeln, kehren, hobeln, glätten, und zum Schluss kommt der Traktor: Eismeister Wolfgang Kienast präpariert die Kunsteisbahn Innsbruck-Igls.

Innsbruck – Es ist fünf Uhr in der Früh und bitterkalt, mit leichtem Schneefall: Auf der Kunsteisbahn Innsbruck- Igls herrscht dennoch bereits hektische Betriebsamkeit. Gemeinsam mit vier Kollegen arbeitet Eismeister Wolfgang Kienast unter Flutlicht an der Präparierung der Kunsteisbahn. 1207 Meter beträgt die Strecke vom Start bis zum Ziel. Trotz der Kälte kommt das Team ordentlich ins Schwitzen.

Für die Arbeit braucht es spezielle Hobel mit extralangem Stiel sowie Besen mit groben Borsten. Zuerst wird geschaufelt, dann gekehrt, gehobelt und geglättet, alles Handarbeit. Nur an flachen Stellen kommt ein spezieller Traktor zum Einsatz. Bis um 7.30 Uhr hat das Eis glatt zu sein, dann kommen nämlich die Athletinnen und Athleten.

„Unsere Arbeit ist stark abhängig vom Wetter: Wie kalt ist es? Wie viel hat es geschneit? Wie stark ist der Wind?“, erklärt Kienast.

Der 60-Jährige ist seit rund 30 Jahren Eismeister. Er arbeitet abwechselnd an der Bobbahn Igls und in der Olympiaworld Innsbruck, auch dort kümmert er sich um das Eis und die dafür benötigte Technik und die Maschinen. Was viele kennen: das regelmäßige Runden- Drehen von Kienast und seinen Kollegen mit der Eismaschine.

Für Eismeister gibt es keine vorgeschriebene Ausbildung, die Eisfläche selbst ist die Schule. „Früher hatten Eismeister noch ihre Geheimnisse, inzwischen wird das Wissen um die perfekte Eisfläche natürlich weitergegeben und geteilt“, lacht Kienast.

Das Wissen des 60-Jährigen ist auch im Ausland gefragt, immer wieder ist er bei großen Wettkämpfen, etwa Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen, als Eismeister im Einsatz. Zuletzt half er bei den Vorbereitungen der Eisflächen für die Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand. Die Arbeit als Eismeister ist in jedem Land anders. „Das hängt unter anderem vom Wasser ab“, erklärt Kienast. Daher gibt es bei großen Wettkämpfen immer ein Team von Eismeistern aus der ganzen Welt.

Eine häufige Frage an Wolfgang Kienast lautet: Was macht er eigentlich im Sommer? Der Ellbögener ist ganzjährig angestellt, in der warmen Jahreszeit ist der gelernte Tischler vor allem mit Wartungsarbeiten, aber auch mit kleineren oder größeren Reparaturen, etwa von Tribünensitzen, beschäftigt.

Berufsportrait


Voraussetzungen: sehr gute Eis- Fachkenntnisse, handwerkliches Geschick, körperliche Belastbarkeit, technisches Verständnis, Wetterunempfindlichkeit
Ausbildung: Die Ausbildung zum Eismeister erfolgt betriebsintern, zusätzlich gibt es Lehrgänge, etwa vom Wifi.

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