Jobportrait: Gastronom mit Herz und Familie

Mit Hilfe der Familie, Fleiß und Sinn fürs Geschäft hat es Mehmet Akif vom Tellerwäscher zum Imbissrestaurantbesitzer gebracht.

Innsbruck - "Das schaffst du nie", hieß es, als Mehmet Akif beschloss, einen Imbissladen zu übernehmen. Allen Prophezeiungen zum Trotz betreibt der 37-Jährige nun seit zehn Jahren das Toskana, wo er neben Kebab auch Pizzen und Salate anbietet. Gerade erst wurde die Speisekarte um Falafel erweitert, was aus der wachsenden Zahl an vegetarischen Kunden resultiere, erklärt Akif, der die Kundengeschmäcker immer im Auge hat.

Bevor sein Laden abends öffnet, haben Akif und sein Bruder schon einige Stunden Arbeit hinter sich. Zuerst gehen die beiden einkaufen, dann machen sie frischen Pizzateig und bereiten Salate und Saucen vor. Wenn die Kunden kommen, stehen die beiden hinter dem Tresen, wo sie abwechselnd Essen zubereiten und kassieren. Am Wochenende, wenn sich die Bögen mit Menschen füllen, geht es im Toskana meist stressig zu. "Obwohl viele meinen, dass die Lage in den Bögen schlimm sei, haben wir kaum Probleme. Die Bögen-Stammkunden sind sehr höflich", erzählt Akif.

"Meine Arbeit ist mehr, als Sauce über Kebabfleisch zu gießen"

Ein Restaurant in der Ausgehmeile zu besitzen, sorgt für Berühmtheitsfaktor: Er könne kaum durch die Stadt gehen, ohne ständig gegrüßt zu werden, lacht Akif. Unter der Woche sei es dafür sehr ruhig in der Straße. "Daher habe ich mich dazu entschieden, einen Lieferservice anzubieten", erklärt er. "Unser Essen kommt sehr gut an, das sehe ich unter anderem in den Rezensionen im Internet", freut sich der Restaurantbesitzer. Bis zu seinem heutigen Erfolg sei es ein langer Weg gewesen, wirft Akif ein. "Ich musste die Speisekarte mehrmals adaptieren, auch das Innere des Restaurants habe ich komplett verändert", erzählt er.

"Meine Arbeit ist mehr, als Sauce über Kebabfleisch zu gießen", schmunzelt Akif. Er habe jahrelang Erfahrung in der Gastronomie gesammelt. "Wer sein eigenes Geschäft führen will, muss zuerst Teller waschen", pflegt er zu sagen. "Man kann nicht einfach kommen und Chef sein." Auf vielen Reisen habe er Hunderte Kebabvarianten getestet, um aus den besten seine eigene Version zu kreieren. Als er dann auch noch Pizza ins Sortiment aufnahm, hätten seine Familie und er tagelang Teigrezepte und verschiedene Saucen probiert, erinnert er sich. Und überhaupt sei die Familie wichtig für seinen Erfolg, sagt der Gastronom. Nicht nur sein Bruder arbeitet mit ihm zusammen. Fast die ganze Familie könne Pizza backen und helfe aus. "Die Konzessionsprüfung, um aus unserem Imbiss ein Restaurant zu machen, hat meine Frau absolviert. Auch macht sie alles Organisatorische und Finanzielle. Ich bin für die Qualität des Essens verantwortlich und bringe zweimal die Woche den Müll weg", grinst Akif.

Sie sind an einem Job in der Gastronomie interesseirt? Klicken Sie hier!

Berufsportrait: Gastronom


Voraussetzungen: Kochen, Freundlichkeit, Hygiene, Geschäftssinn, Bereitschaft zur Nachtarbeit
Ausbildung: Für einen Imbissladen ist eine Gewerbeanmeldung bei der WK nötig, für ein Restaurant benötigt man eine Konzession (Kurs und Prüfung beim Wifi).

Von Natascha Mair, erschienen am 15.09.2019 in der Tiroler Tageszeitung

Job-Blog Mehr Artikel

Vom Einsteigerjob zum Direktor

Akademisch ausgebildete Tourismus-Mitarbeiter sind in der Branche gefragt. Ihre Karriere-Möglichkeiten sind vielfältig.

Arbeiten wie im Rausch

In der Tätigkeit versinken und die Zeit vergessen: Das ist der Flow-Zustand. Nicht nur im Sport, auch im Beruf hilft Flow bei der Leistungssteigerung. Das Gute: Man kann ihn trainieren.

Tipps für die perfekte Bewerbung: So beeindruckt man die Personaler

Wie detailliert muss der Lebenslauf sein? Was tun mit Lücken? Welches Foto ist zu wählen? Darf man bei der Bewerbung kreativ sein? Diese Fragen stellen sich viele, die sich für eine neue Stelle bewerben wollen.

Job-Blog Mehr Artikel

Arbeiten wie im Rausch

In der Tätigkeit versinken und die Zeit vergessen: Das ist der Flow-Zustand. Nicht nur im Sport, auch im Beruf hilft Flow bei der Leistungssteigerung. Das Gute: Man kann ihn trainieren.

Vom Einsteigerjob zum Direktor

Akademisch ausgebildete Tourismus-Mitarbeiter sind in der Branche gefragt. Ihre Karriere-Möglichkeiten sind vielfältig.

Einblicke: Der Webstack der Tiroler Tageszeitung

Eilmeldungen vervielfachen Besucherzahlen in kurzer Zeit, permanent wechselnde Inhalte sollen in Sekunden verfügbar sein und schnelle Release-Zyklen dürfen eine ständige Verfügbarkeit nicht gefährden: So begegnet die TT diesen Herausforderungen.

Jobportrait: Pharmazeutisch-kaufmännische Assistentin - Vielseitiger Lehrberuf im weißen Kittel

Pharmazeutisch-kaufmännische Assistenten müssen organisatorische, kaufmännische, aber auch praktische Arbeit leisten.

Killerphrasen geschickt kontern

„Geht nicht!“ – „Echt nicht?“: Karrierecoach Helga Schwarz weiß, wie Arbeitnehmer Killerphrasen in Gehaltsverhandlungen geschickt parieren. Wer gute Argumente mitbringt, ist jedenfalls im Vorteil.

Wie die Tiroler Tageszeitung mit Web Analyse und Data Science die digitalen Angebote optimiert

Für inhaltliche und technologische Verbesserungen, sowie zur Usability-Optimierung des Nachrichtenportals www.tt.com, setzt die Tiroler Tageszeitung auf Rohdaten, A/B-Tests, eine breite Palette an Tools und eng verzahnte Teams.

Blackout, Panik und Schweißausbruch: Was man gegen Ängste in Stresssituationen tun kann

Plötzlich kann man nicht mehr klar denken und all das Gelernte ist wie weggeblasen – so geht es vielen Menschen bei Bewerbungsgesprächen oder Stresssituationen im Arbeitsalltag. Was dahintersteckt und wie man die Angst in den Griff bekommt.