Jobportrait: Konditorin - Im Schlaraffenland der süßen Farben und Formen

Konditorin Astrid Vetter fertigt individuelle Köstlichkeiten an.

Schönberg – „Seit meinem 15. Lebensjahr bin ich glückliche Zuckerbäckerin und seit Juni 2015 auch Konditormeisterin“, erzählt Astrid Vetter von der Tortennascherei in Schönberg im Stubaital. Dass sie später einmal Süßes in allen Formen und Farben herstellen möchte, wusste sie aber schon ganz früh, als die Weihnachtskekse noch gemeinsam mit ihrer Mutter gebacken wurden.

Die junge Tirolerin führt seit 2017 ihre eigene Backstube: „Da ich nur auf Bestellung arbeite und kein Tagesgeschäft oder Café angegliedert ist, richtet sich meine Arbeitswoche nach den jeweiligen Wünschen meiner Kunden und den damit verbundenen Lieferzeitpunkten.“

Vor allem wenn es um große Aufträge geht, stellt die Organisation im Vorfeld eine große Herausforderung dar. „Bis wirklich alle Fragezeichen geklärt sind, können schon so einige Telefonate und E-Mails anstehen.“ Auch eine Konditorin hat „Papierkram“ zu erledigen und mit eigener Backstube gibt es für Astrid Vetter „jeden Tag ein bisschen Büroarbeit und neue Anfragen, die es zu beantworten gilt“.

Neben Kreativität und handwerklichem Geschick braucht man als Konditor vor allem „einen Sinn für Ästhetik und natürlich auch einen wertschätzenden Umgang mit Lebensmitteln“. Für die junge Meisterin steht vor allem die Qualität der Rohstoffe im Vordergrund. Auf Fertigprodukte kann vollkommen verzichtet werden, denn „alle Teige, Cremen und Massen können selbst hergestellt werden“. Doch auch Talent und Veranlagung sind ein großer Vorteil, um als Konditor erfolgreich zu sein:

„Es ist sicher von Vorteil, feine Geschmacksnerven zu haben und über einplastisches Vorstellungsvermögen zu verfügen – speziell was das Anfertigen von Motivtorten betrifft.“

Die 27-Jährige liebt es, tagtäglich ihre ganze Fülle an Kreativität einsetzen zu können, denn „aus Kuchen, Schokolade, Fondant und allem, was sonst noch dazu gehört, lässt sich eigentlich fast alles gestalten“. Insbesondere die Vorarbeit, die vor allem aus der Planung in enger Zusammenarbeit mit dem jeweiligen Kunden besteht, bereitet der Tirolerin Freude: „Wenn wir Hochzeits- oder Geburtstagstorten vorab gemeinsam entwerfen, Ideen entstehen, sich weiterentwickeln und ich diese Projekte dann schlussendlich genau so umsetzen kann.“ Dabei sind die einzelnen Kunden eine große Motivationsstütze: „Dieses Vertrauen der Kunden in mein Fachwissen und meine handwerklichen Fähigkeiten finde ich am schönsten“, betont die Meisterkonditorin.

Berufsportrait:


Voraussetzungen: : Kreativität, Vorstellungsvermögen, Organisationstalent, Geruchs- und Geschmackssinn, handwerkliches Geschick
Ausbildung: frisch modernisiertes Lehrberufspaket: Ausbildung je nach Schwerpunktsetzung „Allgemeine Konditorei“ oder „Patisserie“; in Tirol für Schwerpunkt „Allgemeine Konditorei“ an der Fachberufsschule für Ernährung, Schönheit, Chemie, Medien in Innsbruck

Von Leni Nachbaur, erschienen am 06.11.2021 in der Tiroler Tageszeitung

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