Jobportrait: Luftfahrzeugtechniker - Der Kontrolleur der Luftgiganten

Ohne sie gibt’s kein „Take-off“: Luftfahrzeugtechniker wie Patrick Weineis überprüfen und warten Luftfahrzeuge aller Art.

In der AUA Dash „De Havilland DHC-8“ ertönt ein lauter Piepton: Patrick Weineis sitzt im Cockpit der Maschine, nickt zufrieden und hakt einen weiteren Punkt auf seiner Liste ab: Der Rauchmelder auf der Toilette schlägt an, der Alarm funktioniert. Weineis ist Flugzeugtechniker der AUA, seit drei Jahren ist der gebürtige Tiroler am Flughafen Wien beschäftigt. Seine Schicht beginnt um 6 Uhr Früh mit einer Besprechung. Anschließend arbeitet Weineis meist im Zweier-Team, und zwar sowohl im Freien auf dem Rollfeld als auch in Werkshallen.

Flugzeugtechniker sind für die Wartung von Flugzeugen zuständig, und zwar gemäß den technischen Vorgaben der Herstellerfirmen. Die Dauer einer Wartung ist unterschiedlich: Es gibt standardmäßige Rundgänge, die nur rund zwei Stunden in Anspruch nehmen, es gibt aber auch Checks, die drei Wochen andauern.


Flugzeugtechniker besprechen die anstehende Wartung der Turbinen.

„Es gibt Wartungen, da werden sogar die Sitze rausgeschraubt“, erklärt Weineis.

Flugzeugtechniker führen auch regelmäßig Instandhaltungsarbeiten durch. Beispiele sind die Inspektion des Triebwerkes, das Nachfüllen von Hydraulikflüssigkeiten und das Schmieren mechanischer Teile. Sie überprüfen Reparaturen und führen bei Bedarf auch selbst Reparaturen durch. Tagtäglich haben Weineis und seine Kollegen mit modernster Technik in den Bereichen Hydraulik, Pneumatik, Elektronik und Mechanik zu tun. Genau das ist für viele das Faszinierende.

Weineis’ Leidenschaft für Flugzeuge begann schon im Kindesalter. „Mein Onkel hatte einen Flugsimulator, daher war ich schnell vom Fliegerei Virus angesteckt“, erzählt der Wahl-Wiener. Den Wunsch, Pilot zu werden, verspürte er aber nie. „Ich wollte immer schon einen technischen Beruf ausüben und handwerklich tätig sein“, erklärt Weineis. Der 31-Jährige hat in Schwaz den Lehrberuf „Elektrotechnik“ erlernt und wurde über die Empfehlung eines Bekannten am Flughafen Innsbruck bei der Tyrolean tätig. 2018 wurde die Tyrolean Technik in die AUA integriert, Weineis übersiedelte nach Wien. Seit damals durchläuft er an der technischen Schule der AUA ein Basis-Ausbildungsprogramm, das aus verschiedenen Modulen besteht. Dabei erwirbt er Zertifizierungen, die ihn zum selbstständigen Arbeiten berechtigen. Die Ausbildung findet parallel zu seiner Arbeit statt.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Flugzeugtechniker zu werden. Ausbildungen in den Bereichen Flugtechnik, Luftfahrzeug-Mechanik, Aviation oder Maschinenbaugenieurwesen bieten gute Voraussetzungen für dieses Berufsfeld. Mitarbeiter mit dem Abschluss einer technischen Schule oder einer technischen Lehre wie Weineis durchlaufen bei der AUA das Basisprogramm, außerdem gibt es die Möglichkeit, bei der AUA selbst verschiedene Lehrberufe zu erlernen. „Meine Arbeit ist genauso anspruchsvoll wie verantwortungsvoll“, erklärt Weineis. Und eines sei sie garantiert nie: eintönig.

Berufsportrait:


Voraussetzungen: Großes Interesse an Mathematik, Physik sowie der Luftfahrzeugtechnik, technisches Geschick, handwerkliches Können, gute Englischkenntnisse, hohes Verantwortungsbewusstsein, räumliches Denkvermögen.

Ausbildung: Die Lehre „Luftfahrzeugtechniker“ bei der AUA dauert 3 1/2 Jahre und beinhaltet praxisorientiertes Arbeiten in den eigenen Werkstätten sowie eine theoretische Ausbildung in der Berufsschule Amstetten.

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