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Jobportrait: Mit Hightech im Untergrund unterwegs
Er reinigt enge Schächte tief unter der Erde: Elias Manzl arbeitet als Kanalarbeiter daran, dass die Kanalisation funktioniert und jeder unbesorgt daheim die WC-Spülung betätigen kann.
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Schwaz – Kanalarbeiter Elias Manzl räumt gleich einmal mit Vorurteilen gegenüber seinem Beruf auf: „Der Geruch ist für mich nicht schlimm, ich riech’ das kaum noch und schmutzig werden wir eigentlich auch nicht, da wir mit Handschuhen und, wenn nötig, mit Schutzkleidung arbeiten.“
Manzl ist immer im ZweierTeam unterwegs und weiß frühmorgens, um halb acht, nie so genau, wie sein Arbeitstag ausschauen wird. Am Tag des TT-Besuchs fährt Manzl mit einem Arbeitskollegen zu einem Einfamilienhaus in Hall, bei dem es innerhalb weniger Wochen gleich dreimal eine Verstopfung gegeben hat. Manzl öffnet den Sickerschacht im Garten und saugt mit einem zwei Meter langen Saugschlauch von oben den Schlamm heraus und anschließend wird der Kanal mit einem Hochdruckschlauch gereinigt.
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Kanalarbeiterinnen und Kanalarbeiter reinigen, reparieren und warten Rohre, Kanäle und Leitungssysteme. Sie arbeiten aufgrund von laufend neuen Entwicklungen immer mehr mit teuren Hightech-Geräten, die von oben gesteuert werden. „Manchmal ist es notwendig, dass wir mit einer UltraHD-Kamera arbeiten. Was wir dann am Monitor alles sehen, interessiert die Zuschauenden immer besonders“, lacht Manzl.
Der 23-Jährige arbeitet im familieneigenen Betrieb und war schon als Kind fasziniert von den verschiedenen Schläuchen und Lkw. Manzl hat verschiedene Lehrberufe ausprobiert und ist dann schlussendlich doch zur Kanalreinigung zurückgekehrt. „Bei meinem Beruf kenne ich mich einfach aus, hier habe ich immer leicht und schnell gelernt.“
In den Hauptleitungen von Toiletten hat Manzl schon so gut wie alles einmal entdeckt. „Eine wütende Frau hat mal die zerschnittene Kleidung ihres Partners die Toilette runtergespült. In Clubs finden wir häufig Münzen“, erzählt Manzl. Seinen Job macht der Jungvater jeden Tag aufs Neue gern: „Man ist immer in Bewegung, jeder Tag ist anders und die Teamarbeit gefällt mir auch.“
Berufsportrait
Voraussetzungen: handwerkliche Geschicklichkeit, technisches Verständnis, Problemlösungsfähigkeit, systematische Arbeitsweise, gute körperliche Verfassung, Unempfindlichkeit gegenüber Gerüchen
Ausbildung: Für den Beruf des Kanalarbeiters gibt es keinen vorgeschriebenen Ausbildungsweg. Die Ausbildung erfolgt im eigenen Betrieb und durch mehrtägige Kurse.
Von Denise Neher, erschienen am 16.09.2023 in der Tiroler Tageszeitung
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