Jobportrait: Talentscout - Den Stars von morgen auf der Spur

Sie suchen, finden und empfehlen junge Talente: Scouts wirken in verschiedenen Fächern – etwa im Modelbusiness, im Sport oder in der Schauspielbranche. Drei Profis erzählen, wie sie ihre Talente entdecken

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Innsbruck – Ihr Job ist es, Talente zu suchen, die im Idealfall eine große Karriere hinlegen. Gelungen ist das etwa Modelagent Andreas Kranebitter. So zierte „seine“ Greta Hofer, die er unter Vertrag hat, etwa das Cover der italienischen Vogue. Der Tiroler Modelagent schwört auf das Scouten: „Wir bekommen zahlreiche Bewerbungen, tatsächlich ist die Erfolgsquote aber höher, wenn wir uns selbst auf den Weg machen und gezielt scouten.“ Nachgefragt, welche Typen in der Modelbranche gefragt sind, erklärt er: „90-60-90 und Blond bei Damen ist noch immer hoch im Kurs. Der Markt ist aber groß genug, dass sich Brands wesentlich diverser positionieren.“ Zum Joballtag gehören auch Absagen – der Fachmann sieht es pragmatisch: „Wir haben in unseren Breitengraden erfreulicherweise Alternativen, niemand muss Model sein, um leben zu können.“

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Auch im Sport ist die Talentsuche unabdingbar, wie Roland Kirchler sagt, der selbst erfolgreicher Fußballprofi war und mittlerweile sportlicher Leiter der Akademie des Tiroler Fußballverbandes ist. In der Akademie landen die Talente nach Sichtungen und kommen direkt vom Landesausbildungsleistungszentrum. Termine für Sichtungen finden mehrere pro Jahr in verschiedenen Tiroler Orten statt. Selbstverständlich haben die Fußball-Sichter auch die Tabellen im Blick, gehen Tipps von Experten nach und auch junge Talente, die sich melden, bekommen eine Chance, gesichtet zu werden. Im Sichtungsverfahren geht es um Schnelligkeit, die Technik, Passqualitäten oder den typischen Laufstil, den Profis mit freiem Auge erkennen.

Die Jugendlichen, die an der Akademie aufgenommen werden, erwarten dort perfekte Trainingsbedingungen: „Das läuft bei uns wie im Profibetrieb“, erklärt der sportliche Leiter. Nachgefragt, welche Talente die Akademie hervorgebracht hat, erklärt Roland Kirchler, dass es zuletzt Matthäus Taferner, der beim WAC unter Vertrag steht, und Lukas Hinterseer (Hansa Rostock) schafften und auch Alessandro Schöpf trainierte ein Jahr in der Akademie, bevor er zuerst in der zweiten deutschen Bundesliga, dann in der deutschen Bundesliga spielte (aktuell spielt er für die Vancouver Whitecaps). Raphael Gallé, der aktuell beim FC Admira Mödling spielt, kommt auch von der Tiroler Akademie ebenso wie Felix Bacher (WSG Tirol).

Wenn ein Traum eines jungen Kickers zerstört werden muss, ist das natürlich nicht einfach: „Jemandem dann sagen zu müssen, dass es nicht reicht, reißt einem das Herz heraus“, gesteht Roland Kirchler offen. Neben Talent sollten angehende Fußballer noch Disziplin, Ausdauer, eine gewisse Art Egoismus, Hartnäckigkeit und eine positive Einstellung der Schule und dem Sport gegenüber mitbringen.

Talente werden auch im Schauspiel-Bereich gescoutet, wie Jelka Niebling, Geschäftsführerin und Agentin der Firma „Talent-Scout Schauspielmanagement“ mit Sitz in München und Berlin, erklärt. Das Interesse, eine solche Schauspiel-Agentur zu gründen, kam durch ihren Sohn, der einst selbst als Kind Schauspieler war. Die Fachfrau sucht vielfach auch in Tirol nach Talenten und hat mittlerweile um die 100 Schauspieler unter Vertrag.

Auch Jelka Niebling bevorzugt das Scouten: „Ich bin auch heute noch gerne auf den Straßen unterwegs und finde interessante Gesichter im Kinder- bzw. Jugendbereich, die ich dann zu einer Probe-Schauspiel-Stunde einlade.“ Die Fachfrau achtet auf das Talent, das einem „entweder gegeben ist oder nicht“. Danach spielen ein interessantes Gesicht bzw. der Ausdruck sowie die Dreherfahrung eine Rolle. „Auf all das habe ich ein Augenmerk, auch bei den ausgebildeten Schauspielern“, so Niebling.

Berufsportrait


Voraussetzungen: gute Kenntnisse im jeweiligen Fach wie etwa Sport-, Mode- oder Schauspielbereich, Kommunikationsfähigkeit, Einfühlungsvermögen, Empathie, Freude am Umgang mit jungen Menschen, gutes Netzwerk (zur Modebranche, zu Spitzensport oder Filmindustrie bzw. Theaterwesen)
Ausbildung: Die meisten Talentscouts kommen aus den jeweiligen Branchen, in denen sie scouten, unabdingbar sind Erfahrungen in diesen Bereichen.

Von Elisabeth Zangerl, erschienen am 14.01.2023 in der Tiroler Tageszeitung

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