Jobportrait: Tierpsychologen übersetzen zwischen Mensch und Hund

Hundetrainerin und Tierpsychologin Sieglinde Bayer arbeitet mit Hunden und Menschen am gegenseitigen Verstehen. Damit aus ihnen ein Team wird.

Innsbruck - Was tun, wenn der beste Freund des Menschen zum Albtraum wird? Was, wenn Lassie nicht allein bleiben will und die Wohnung zerlegt? Was, wenn Struppi pausenlos kläfft oder Rex bei jedem Artgenossen, den er trifft, ausflippt? In der Regel sei ein Mangel an Verständnis zwischen Mensch und Hund schuld an problematischen Verhaltensweisen, erklärt Sieglinde Bayer, die 2000 ihre Ausbildung zur Hundetrainerin beim österreichischen Gebrauchshundeverband begonnen hat und seit 2007 ihren eigenen Hundesport-Verein leitet. "Hunde zu trainieren, ist einfach. Die dazugehörigen Menschen verstehen allerdings ihre Hunde oft nicht und provozieren mit falschem Auftreten unerwünschtes Verhalten bei ihren Schützlingen", erläutert Bayer.

Jeden Samstag verbringt die Hundetrainerin auf dem Vereins-Hundeplatz, wo ihre Kurse für Welpen, Anfänger und Fortgeschrittene stattfinden. Außerdem bietet sie Agility-Training und Rally Obedience an. "Hunde­sport ist Teamarbeit", sagt Bayer. "Und bis jemand mit seinem Hund wirklich ein Team bildet, wartet ein hartes Stück Arbeit. Das erfordert sehr viel Konsequenz vom Hundehalter", ergänzt sie.

"Leider holen sich viele einen Hund, der nicht zu ihnen passt."

Bayer trainiert auch so genannte Problemhunde, die sie sich zunächst außerhalb der Kurse daheim anschaut. "Um mir ein Bild des Hundes in seiner Umgebung zu machen", erklärt sie. Auch ihre weiteren Ausbildungen als Tierkommunikatorin und -psychologin kommen hier ins Spiel. "Wünschen dies die Besitzer, dann versuche ich mit ihrem Hund zu sprechen", sagt die Hundefreundin. Esoterik sei das keine, wirft Bayer ein. "Tiere senden Bilder, Gefühle oder Körperempfindungen per Telepathie an ihr Gegenüber. Diese Botschaften nehme ich wahr und übersetze sie dann in menschliche Sprache", erläutert Bayer.

Unlösbare Fälle gebe es selten, aber manchmal seien Hund und Mensch einfach nicht füreinander geschaffen. "Leider holen sich viele einen Hund, der nicht zu ihnen passt. Man sollte sich vor der Anschaffung immer fragen, was man von einem Hund will und was man ihm bieten kann", betont die Fachfrau. "Ein Couchpotato wird mit einem Husky sicher nicht glücklich und umgekehrt", nennt sie ein Beispiel. Das Geld, das Bayer mit ihrer Arbeit verdient, bleibe im Verein, betont sie. "Für mich ist es die Erfüllung, ein zufriedenes Hund-Mensch-Team aus meiner Obhut entlassen zu können", freut sich die Hundetrainerin.

Berufsportrait


Voraussetzungen: Menschen und Tiere mögen, Einfühlungsvermögen, Konsequenz, innere Stärke, Kommunikationsfähigkeit.
Ausbildung: Keine gesetzlich geregelte Ausbildung. Kenntnisse werden in Hundeschulen und in Spezialausbild. vermittelt. Hundetrainer müssen 2 Jahre Erfahrung in der Arbeit mit Hunden nachweisen, eine komm. Prüfung ablegen und 40 Stunden Weiterbildung innerhalb von 2 Jahren absolvieren.

Von Natascha Mair, erschienen am 22.12.2019 in der Tiroler Tageszeitung

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