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Jobportrait: Vergolder und Staffierer - Die Vergangenheit in die Gegenwart holen
Vergolder und Staffierer wie Thomas und Sebastian Öffner entdecken Vergessenes, erhalten Wertvolles und lassen Altes neu erstrahlen.
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Arzl im Pitztal – „Die Methoden sind seit Tausenden Jahren die gleichen“, erzählt Thomas Öffner, der zusammen mit seinem Sohn Sebastian übermalte Wandflächen der Kunstwerke des Tiroler Malers Emanuel Raffeiner aus dem Jahre 1907 in der Pfarrkirche in Arzl im Pitztal freilegt. Zudem erneuern sie verblasste Goldverzierungen auf den Altären und erhalten kunstvoll geschnitzte Heiligenfiguren. „Mein Beruf ist in jedem Fall meine Berufung“, verrät Thomas Öffner, „zwar gibt es mittlerweile modernere Arbeitsmethoden, doch wir entscheiden uns bewusst für die althergebrachten.“
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Thomas Öffner vergoldete schon mit seinem Vater prächtige Hochaltäre in ganz Tirol. Sie restaurierten weiters geschnitzte Statuen und kleideten in Gold gefasste Tabernakel mit feinstem Stoff aus, was übrigens das Staffieren ist. Heute kümmert er sich zusammen mit Sebastian um diese Kirchen und Kapellen. Wie seit jeher verwenden sie beim Vergolden Naturmaterialien wie Stein, Ei oder Kreide für die vielen Schichten, welche die Basis für das hauchdünne, 23-karätige Blattgold bilden. Früher wurde es mit einem echten „Oachkatzlschwoaf“ aufgebracht, heute wird dafür ein Dachshaarpinsel verwendet. Da die beiden zudem Maler sind, erledigen sie auch farbliche Sanierungsarbeiten.
„Unser Beruf braucht Geduld, Genauigkeit und körperliche Fitness“, führt Sebastian Öffner aus, „und man muss schwindelfrei sein, denn oft arbeiten wir auf Gerüsten in vielen Metern Höhe.“
Zudem sind örtliche und zeitliche Flexibilität gefragt, denn die Baustellen gehen oft über die Landesgrenzen hinaus und die Arbeitszeiten lauten nicht immer von acht bis siebzehn Uhr. Derzeit gibt es in Österreich sechzig gelistete Vergolder, achtzehn davon befinden sich in Tirol.
Jungen Menschen, die sich für diesen Nischenberuf interessieren, empfiehlt Thomas Öffner eine Doppellehre mit dem Malerberuf zu absolvieren. Dann könne man ein größeres Leistungsrepertoire anbieten, denn das Vergolden und Staffieren allein sei heutzutage oft zu wenig. „Auch in der Ausbildung gab es einige Neuerungen“, betont Johanna Bachmair, Mitarbeiterin des ibw – Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft. Übergeordnete Tätigkeiten, wie die Kommunikation mit Behördenvertretern, Auftraggebern und anderen Gewerken würden immer wichtiger. Ebenso die Dokumentation, das Recherchieren und das Bewerten von Informationen. Zudem gewinne der bewusste Umgang mit wertvollen Gegenständen an Bedeutung. Es gelte, diese, so gut es geht, zu erhalten, anstatt sie vorschnell neu zu gestalten. Und weil der Beruf an sich wertvoll ist, wurde er 2017 ins Unesco-Weltkulturerbe aufgenommen.
Berufsportrait:
Voraussetzungen: Ausdauer, Genauigkeit, zeitliche und örtliche Flexibilität und ein gewisses Maß an körperlicher Fitness.
Ausbildung: dreijährige Lehre mit Berufsschulunterricht in Graz. Nach der Meisterprüfung besteht die Möglichkeit der selbstständigen Berufsausübung.
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