Jobportrait: Vom Bubentraum zum Brandmeister

Feuerwehrmann Bernhard Fischler ist die Karriere-Drehleiter hinaufgestiegen.

Innsbruck – „Mit kühlem Kopf zum heißen Einsatz ausrücken“, lautet für Berufsfeuerwehrleute. Ansonsten hat sich aber im Laufe der Jahre vieles verändert im Berufsleben von Bernhard Fischler: „Ich habe mittlerweile eine interne Chargenausbildung und den Brandmeisterkurs absolviert“, erzählt er. Diese zwei Kurse, welche jeweils circa ein halbes Jahr dauern, sind die Voraussetzung, um eine Feuerwehrgruppe als Gruppenkommandant führen zu dürfen. Zudem wurde er im vergangenen Sommer zum Ausbildungsmeister bestellt: „Aufgrund dieser Tätigkeit wurde ich dann zum Hauptbrandmeister befördert“, zählt Bernhard Fischler seine Karrieresprünge auf.

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Der Ausbildungsmeister ist verantwortlich für die tägliche Ausbildungsorganisation, wie zum Beispiel die Planung einer Ausbildung, die entsprechende Durchführung, das Organisieren von Übungen sowie die Dokumentation. „Des Weiteren sind wir hauptsächlich als Fahrer des Einsatzleitfahrzeugs eingeteilt und unterstützen an der Einsatzstelle den Einsatzleiter“, erzählt Bernhard Fischler, der schon als kleiner Bub Feuerwehrmann werden wollte. Mit 12 Jahren startete er bei der Feuerwehr-Jugend in seinem Heimatort Absam, mit 16 Jahren begann er bei der Freiwilligen Feuerwehr. Heute sei er froh, den Schritt zur Berufsfeuerwehr Innsbruck gemacht zu haben.

Berufsfeuerwehren gibt es in Österreich nur sechs, organisiert sind diese im 24-Stunden-Schichtdienst. Fischler startet seinen Berufstag um 7 Uhr mit der Standeskontrolle, bei der man antreten muss und durch den taghabenden Offizier die Anwesenheit sowie die vollständige Besetzung der Einsatzfahrzeuge kontrolliert wird. Danach werden in der Fahrzeughalle Fahrzeuge und Geräte kontrolliert. „Ich bin meist als Fahrer des Einsatzleiterfahrzeuges eingeteilt, bei dem ich die Bestückung, wie Funkgeräte, Gasmessgeräte sowie die mitgeführte Drohne, auf die Funktion und den Akkustand kontrolliere“, verrät Fischler.

Er muss sich auch über aktuelle Verkehrsbehinderungen, geplante Demonstrationen oder Ähnliches im Stadtgebiet informieren. Eine der ersten Aufgaben ist zudem die Einteilung der Morgenausbildung, bei der Neuerungen, Bedienungen von Gerätschaften oder Rettungstechniken wiederholt und geübt werden.

Nachdem die eigentliche Ausbildungseinheit beginnt, unterstützt Fischler die jeweiligen Ausbildner oder er plant passende Übungen. Auch Ausbildungspläne erstellt er.

Was noch auf der Agenda steht: Dienstsport, schließlich wird ein gewisses Maß an körperlicher Fitness in diesem Beruf gefordert. Oberste Priorität hat aber immer die schnelle Hilfe: „Alle Ausbildungen und Arbeiten müssen so durchgeführt werden, dass bei einem Alarm jeder Mitarbeitende sofort ausrücken kann“, bekräftigt Fischler. Die Herausforderung liege darin, bestmögliche, schnelle und professionelle Hilfe zu leisten.

Faszinierend mache den Beruf aber die Frage nach dem „Wie“. Gearbeitet wird im Team, zum Einsatz kommen hochmoderne Technologien und technische Geräte: „Das reicht vom Türbrechwerkzeug bis hin zur modernen Drehleiter oder zum 45-TonnenTeleskop-Kranfahrzeug bis zum sehr genau justierten Gas- oder Strahlenmessgerät“, und: „Wir operieren in Höhen und Tiefen, in Gewässern, in hochalpinen Geländen und in Umgebungen, wo ein Überleben ohne Schutzausrüstung samt Atemschutz nicht möglich ist.“ Möglich machen das alles nur ständige Aus- und Weiterbildungen.

Berufsportrait


Voraussetzungen: Teamfähigkeit, keine Eintragung im Strafregister, Leistungsbereitschaft, Schwimmkenntnisse, Fitness und körperliche Eignung, psychische Resilienz, keine Höhen- und Platzangst.
Ausbildung: Es gibt keine Lehroder Schulausbildung, notwendig ist eine abgeschlossene Ausbildung in einem zivilen und technischen Beruf (etwa Tischler, Schlosser, Maurer o. Ä.). Bundesheer- oder Zivildienst muss absolviert worden sein, die Anstellung erfolgt mittels Auswahlverfahren. Absolventen einer höheren technischen Schule oder eines Studiums können eine Offiziersausbildung absolvieren.

Von Elisabeth Zangerl, erschienen am 03.06.2023 in der Tiroler Tageszeitung

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