Jobportrait: Yogalehrer trainieren Körper und Geist

In ihrem Job als Yogalehrerin geht es für Michaela Waibel nicht nur um den Einklang von Körper undGeist. Auch Bürokratie gehört dazu.

Innsbruck - Michaela Waibel praktiziert seit 15 Jahren Yoga und führt ihre eigene Yogaschule inmitten von Innsbruck. Doch bevor die praktische Lebensphilosophie Teil ihres Lebens wurde und sie ihre Schule "Yogamood" vor über 10 Jahren eröffnete, war die Sportlerin in der Unternehmensberatung von Freizeit- und Fitnessanlagen tätig. Mit der Zeit wurde ihr klar, "der Markt wird sich mehr und mehr für den Geist und das Wohlbefinden interessieren und nicht nur mehr für den Körper allein. Yoga wird etwas für die Zukunft sein." Der Arbeitsalltag für Waibel besteht aber nicht ausschließlich aus Yogaeinheiten:

"Ich führe ein Unternehmen. Da gehören Marketing und bürokratische Aufgaben einfach dazu. Mein Fokus liegt dennoch auf dem Unterrichten."

Neben verschiedenen Yogakursen bietet die Lehrerin Beratungsstunden für jeden einzelnen Neueinsteiger in ihrer Schule an. Wer meint, dass Yoga für die Unternehmerin während der Arbeitszeit ausreicht, der täuscht sich: "Ohne meine privaten Praxiseinheiten für mich selbst läuft gar nichts. Ansonsten verliert man die eigene Sensibilität und sein Wohlbefinden. Hinzu kommt, dass man den Kursteilnehmern aus dem Gedächtnis heraus erklären muss, wie sich welche Haltung anfühlen sollte - das setzt die vollständige Kenntnis des eigenen Körpers natürlich voraus." Besonders fasziniert ist die Yogalehrerin von der langjährigen, sich ständig weiterentwickelnden Tradition einerseits und andererseits "von der Tatsache, dass Yoga für jeden etwas Gutes tut und dass man auch selbst etwas zum Wohlbefinden des anderen beitragen kann." Auch die Vielseitigkeit, zusammengesetzt aus verschiedenen Yogaarten, der Ausbildung neuer Yogalehrer und den verschiedenen Tätigkeiten im Bereich der Unternehmensführung sind für die Yogalehrerin eine Bereicherung im Berufsalltag.

Die größte Herausforderung beim Lehren sieht Waibel darin, "die Balance zwischen dem eigenen Antrieb und seiner Gelassenheit zu halten". Um überhaupt Yogalehrer werden zu können, muss viel praktische Erfahrung gesammelt werden. Problematisch ist jedoch, dass es keine einheitliche Regelung dafür gibt: "Vom europäischen Yogaverband werden 500 Praxisstunden empfohlen, aber eben nicht vorgeschrieben! Ich sage, dass mindestens (!) 500 Praxisstunden erforderlich sind." Im Laufe der Jahre haben sich immer mehr und mehr "Yogalehrer-Fabriken" herausgebildet. Die Yogalehrer werden hier im Prinzip wie am Fließband produziert. "Das darf so nicht sein", meint Waibel: "Die Yogaphilosophie ist zu komplex, um schlecht ausgebildete Lehrer auf unerfahrene Schüler loszulassen. Die Verletzungsgefahr ist schlicht zu groß."

Von Magdalena Nachbaur, erschienen am 25.04.2020 in der Tiroler Tageszeitung

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