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Karriereknick nach der Babypause
Der Wiedereinstieg nach der Karenz bleibt ein Balanceakt zwischen Familie und Job. Mit gezielten Programmen und Kursen will das AMS Tirol Frauen stärken und Betriebe zum Umdenken bewegen.

Innsbruck – Ein Kind verändert alles – auch die berufliche Laufbahn. Für viele Frauen bedeutet die Rückkehr ins Berufsleben nach der Karenz nicht nur organisatorische Hürden, sondern auch gesellschaftliche Vorurteile und finanzielle Einbußen. Darauf macht Beatrix Hammer-Granig, Gleichstellungsbeauftragte am AMS Tirol, aufmerksam. Gemeinsam mit ihren Kolleg:innen begleitet sie Projekte und Beratungsangebote, die Frauen den Weg zurück ins Erwerbsleben erleichtern sollen.
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Kinderbetreuung als Knackpunkt
„Nach der Karenz ist es für viele Frauen schwierig, wieder in den Arbeitsmarkt einzutreten“, erklärt Hammer Granig. Ausschlaggebend sei in erster Linie die Verfügbarkeit von Kinderbetreuung. Fehlende Plätze, unpassende Öffnungszeiten oder hohe Kosten privater Einrichtungen machten eine Rückkehr in den ursprünglichen Beruf oft unmöglich. „Gerade bei Arbeitszeiten, die schwer mit Betreuungseinrichtungen vereinbar sind, müssen Frauen häufig berufliche Umwege gehen“, so Hammer-Granig. Hinzu komme die Skepsis mancher Arbeitgeber. „Unternehmen überlegen sich, ob sie jemanden mit Betreuungspflichten einstellen. Dahinter steckt oft das Vorurteil, dass Frauen wegen erkrankter Kinder häufiger ausfallen.“ Besonders schwierig sei die Situation für jene, die keine abgeschlossene Ausbildung haben. Zwar gebe es mittlerweile den Papamonat, aber die Zahl der Männer, die eine längere Karenzzeit wählen, sei rückläufig. Lösungsansätze sieht Hammer-Granig sowohl bei der Politik als auch bei den Betrieben. Letztere müssten sich stärker von der Vorstellung verabschieden, dass Teilzeitarbeit weniger wert ist – oder dass nur Frauen für familiäre Aufgaben zuständig seien. „Eine Frau, die 30 Stunden arbeitet, leistet oft genauso viel wie jemand mit 40 Stunden – weil sie hoch organisiert ist und effizient arbeitet“, betont sie. Auffällig sei zudem, wie stark die Branchen variieren. Im Bau etwa gibt es kaum Teilzeitstellen, im Handel oder Gesundheitswesen hingegen fast zur Hälfte. „Dort, wo viele Frauen arbeiten, sind Teilzeitjobs üblich – und zugleich oft schlechter bezahlt. Auch die Daten der Statistik Austria zur unbezahlten Arbeit sprechen eine klare Sprache: Frauen arbeiten pro Woche deutlich mehr Stunden, wenn man alle Tätigkeiten zusammennimmt.

Teilzeit ermöglicht Vereinbarkeit, hat aber einen hohen Preis: geringeres Einkommen und langfristige Nachteile bei der Pension.
Beratung, Weiterbildung und Selbstbewusstsein
Um dem entgegenzuwirken, bietet das AMS Tirol spezifische Programme für Wiedereinsteigerinnen. Dazu zählen das „Frauenberufszentrum Tirol“, „EMMA – Berufszentrum für junge Frauen“ sowie der Kurs „Wiedereinstieg mit Zukunft“. Letzterer helfe, den Alltag neu zu strukturieren und den Übergang in den Beruf vorzubereiten. „Wir möchten Frauen vermitteln: Auch wenn die Kindererziehung unbezahlte Arbeit ist, sie ist Arbeit. In dieser Zeit hat man Kompetenzen erworben, die am Arbeitsmarkt wertvoll sind – von Organisation über Belastbarkeit bis zu sozialen Fähigkeiten“, sagt Hammer-Granig. Besonders wichtig sei es, die langfristigen Folgen von Teilzeitarbeit sichtbar zu machen. „Viele Frauen sind sich nicht bewusst, was es für die Pension bedeutet, wenn sie 15 Jahre lang nur 16 oder 20 Stunden arbeiten“, betont die Gleichstellungsbeauftragte. Deshalb setzen die Berater:innen des AMS gezielt auf Aufklärung und ermutigen Frauen, ihre Stundenzahl wenn möglich zu erhöhen. Ein weiterer Punkt sei die Aufteilung der Familienarbeit. „Warum soll automatisch die Frau zuständig sein? Oft hilft es, gemeinsam mit dem Partner zu überlegen, wie Kinderbetreuung und Beruf vereinbar sind.“ Hammer-Granig plädiert zudem für einen kulturellen Wandel in den Unternehmen: „Es sollte nicht selbstverständlich sein, dass Frauen die Betreuungsarbeit übernehmen. Auch Männer könnten ihre Arbeitszeit reduzieren – das muss sichtbar und normal werden.“
Von Natalie Hagleitner, erschienen am 13.09.2025 in der Tiroler Tageszeitung
Das Wichtigste aus dem Artikel:
Kinderbetreuung als zentrale Herausforderung: Der Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt nach der Karenz ist für viele Frauen durch unzureichende Kinderbetreuungsangebote erschwert. Fehlende Plätze, unpassende Öffnungszeiten und hohe Kosten privater Einrichtungen machen die Rückkehr in den ursprünglichen Beruf oft schwer möglich.
Beratung und Weiterbildung als Unterstützung: Das AMS Tirol bietet Programme, um Frauen beim Wiedereinstieg zu unterstützen. Diese Initiativen helfen, den Alltag neu zu strukturieren und den Übergang in den Beruf vorzubereiten.
Kultureller Wandel und Aufteilung der Familienarbeit: Frauen sollen ermutigt werden, ihre Arbeitsstunden zu erhöhen und die Aufteilung der Familienarbeit sollte partnerschaftlich erfolgen. Männer könnten ebenfalls ihre Arbeitszeit reduzieren, um die Betreuung zu übernehmen, was normalisiert und sichtbar werden muss.
Chancengleichheit fördern
Zurück im Beruf nach der Karenz
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