Kunstschmied: Brennen fürs Handwerk

Hämmern, Pressen, Formen, das ist der Arbeitsalltag von Michael Wilberger. Als Kunstschmied schmiedet er Werkstücke aus Metall.

Gleichmäßiges Hämmern tönt aus der kleinen Werkstätte von Michael Wilberger. Das Eisen wird zunächst im Feuer erwärmt und dann am Amboss mit dem Hammer bearbeitet. Vom Prinzip her arbeitet Wilberger noch so, wie es Schmiede seit Jahrtausenden tun. Mit seinen 26 Jahren und seinem 1 ½-Personenunternehmen ist Wilberger der Rookie in der Schmiedebranche, die meist von Familienbetrieben mit langer Tradition geprägt ist.

Wilberger hat zunächst die HTL für Maschinenbau und Fertigungstechnik absolviert und wollte anschließend studieren. Ein Ferienjob in einer Schmiede hat ihn dann aber derart beeindruckt, dass er alle Pläne über Bord warf. Nach kurzer Suche begann er bei einem Schlosser- und Schmiedemeister das Handwerk zu erlernen. 2017 hat er die Meisterprüfung im Bereich der Metalltechnik für Schmiede und Fahrzeugbau absolviert und anschließend eine Werkstätte übernommen, für die er nach und nach Werkzeug und Maschinen erstand.
 


Die Schmiedekunst ist ein uraltes Handwerk, bei dem Metalle durch Hämmern, Pressen oder Verdrehen geformt werden.


Die Ausbildung zum Kunstschmied, die über eine einschlägige Lehre oder auch eine Fachschule erfolgen kann, erfordert Kreativität, Formgefühl und handwerkliches Geschick. Kunstschmiede hantieren mit traditionellen Werkzeugen wie Schmiedefeuer, Blasebalg, Hammer und Amboss, zusätzlich arbeiten sie heutzutage aber auch mit EDV-Unterstützung und bedienen computergesteuerte Werkzeugmaschinen. Kunstschmiede stellen Gitter, Tore, Geländer, Treppen, Zäune, Grabkreuze oder Gipfelkreuze her. Außerdem führen sie Wartungs- und Reparaturarbeiten an Nutzfahrzeugen, Baumaschinen sowie an landwirtschaftlichen Maschinen und Geräten durch. Ein weiteres Betätigungsfeld sind Restaurierungen. Die Anstellungsmöglichkeiten für Kunstschmiede sind begrenzt. Wilberger hat mit kleinen Aufträgen für Privatpersonen eine Nische entdeckt.

Kunstschmiede zeichnen Skizzen und fertigen Modelle an. Oft fotografieren sie einzelne Objekte, die durch Schmiedearbeit verschönert werden sollen. Danach verschmelzen sie das Objekt virtuell mit der Skizze, um den Kunden einen ersten Eindruck zu ermöglichen. Dabei hantieren sie mit Eisen, Stahl oder Kupfer und arbeiten mit verschiedenen Techniken, etwa Biegen, Feuerschweißen und Nieten.

„In einer Schmiede ist es heiß und laut, das ist genau meins“, lacht Wilberger.

Die Faszination für diesen uralten Beruf bringt er einfach auf den Punkt: „Wir erschaffen Werkstücke, die uns überdauern, fast schon für die Ewigkeit.“

Berufsportrait:


Voraussetzungen: Körperliche Belastbarkeit, handwerkliches Geschick, technisches Verständnis, gute Auge-Hand-Koordination, gutes Sehvermögen, gutes Form- und Raumgefühl, Unempfindlichkeit der Haut.

Ausbildung: Neben der Lehre für Metalltechnik gibt es noch andere Ausbildungswege. Die Fachschule für Kunsthandwerk – Metalldesign in Steyr oder die Höhere Lehranstalt für Art und Design in Ferlach bieten Ausbildungen an.

Erschienen am 27.02.2021 in der Tiroler Tageszeitung

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