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„New Leadership ist mehr als ein Trend“
Zwei Leadership-Experten haben sich den schmalen Grat zwischen Narzissmus und Psychopathentum im Top-Management genauer angesehen und erklären, warum toxische Führung der Vergangenheit angehören muss.

Wie werden aus aufrechten Managern korrupte Betrüger?
Christof Miska: Eine Person, bei der sich Persönlichkeitsmuster wie Narzissmus, Psychopathie und Machiavellismus, bei dem es vor allem um Macht, Einfluss und Geld geht, feststellen lassen, verhält sich anders als jemand, bei dem das nicht der Fall ist. Interessant ist allerdings, dass vor allem auch Unternehmenssysteme und die Unternehmenskultur direkte Auswirkung auf das Verhalten einer Führungskraft haben: Wenn Unternehmen also ethische Strukturen und Anreizsysteme vernachlässigen, steigt die Wahrscheinlichkeit für unmoralisches und unethisches Verhalten. Letzteres wird oft langsam und kaum merklich zur Gewohnheit. Kleine Regelbrüche erscheinen mit der Zeit immer weniger problematisch, was dazu führt, dass sich Führungskräfte zunehmend in unethische Verhaltensmuster verstricken. Die meisten Führungskräfte sind aber weder Heilige noch Betrüger, doch bestimmte Persönlichkeitsmerkmale in Kombination mit einer dysfunktionalen Organisationskultur können toxisches oder unethisches Verhalten begünstigen.
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Wann spricht man von „toxischer Führung“?
Günter Stahl: „Toxische Führung“ beschreibt ein Führungsverhalten, das mittel- oder langfristig negative Auswirkungen auf Mitarbeitende und die Organisation hat: Es geht um Machtmissbrauch, Manipulation, mangelnde Wertschätzung, Mikromanagement oder das Ignorieren von Bedürfnissen und Feedback der Mitarbeitenden. Solche Führungskräfte schaffen oft ein Umfeld, das Stress, Angst und Misstrauen fördert, anstatt Innovation, Engagement und Wohlbefinden zu unterstützen. Dadurch kann eine Art Abhängigkeit entstehen. Dies geschieht vor allem dann, wenn die Führungskraft die Mitarbeitenden durch manipulative oder kontrollierende Verhaltensweisen an sich bindet.
Könnten Sie ein Beispiel nennen?
Stahl: Unverantwortliches Leadership ist oft durch egoistisches Verhalten und das Streben nach persönlichen Vorteilen auf Kosten anderer geprägt. Prominente Beispiele für unethisches bis hin zu korruptem Verhalten in den Führungsetagen sind etwa die Lehman-Pleite von 2008 oder der Abgas-Skandal von 2015, bei dem Volkswagen die Abgaswerte einiger Modelle bewusst manipulierte, um bestimmte Abgasnormen einzuhalten.
Sie haben im Rahmen eines Forschungsprojekts international bekannte CEOs untersucht, die in Betrugsfälle verwickelt waren.
Stahl: Die Hypothese dazu lautete: Diese CEOs könnten psychopathologische Tendenzen aufweisen. Die dunkle Triade („Dark Triad“) von Persönlichkeiten, die hier als Basis dient, besteht aus den drei Persönlichkeitsmustern Narzissmus, Psychopathie und Machiavellismus. Die Ergebnisse der Studie zeigen überdurchschnittliche Werte gegenüber der Gesamtbevölkerung, liegen aber unterhalb der psychopathischen Schwelle: Fünf der sechs CEOs wurden wegen Machtmissbrauchs bzw. Korruption zu Haftstrafen verurteilt und wiesen starke machiavellistische Züge auf: die Tendenz zu lügen, zu betrügen und zu manipulieren. Zwei von ihnen zeigten auch narzisstische Züge wie Grandiosität, Aufmerksamkeitssucht, Arroganz und Kritikunfähigkeit.

Unverantwortliches Leadership ist oft durch egoistisches Verhalten und das Streben nach persönlichen Vorteilen auf Kosten anderer geprägt.
Der Anglizismus „New Leadership“ ist in aller Munde – was versteht man darunter?
Miska: New Leadership steht für moderne Führungsansätze, die auf Agilität, Kollaboration, Menschlichkeit und soziale Verantwortung setzen, um den Herausforderungen der heutigen Arbeitswelt gerecht zu werden. Statt auf Kontrolle basiert dieser Führungsstil auf Empowerment, Eigenverantwortung und einer klaren Sinnorientierung, die Mitarbeitende motiviert und ein gesundes Arbeitsumfeld schafft. Empathie, Diversität, flache Hierarchien und digitale Tools spielen dabei eine zentrale Rolle. New Leadership ist daher mehr als ein Trend – es ist eine Notwendigkeit, um Unternehmen langfristig erfolgreich und zukunftsfähig zu machen.
Wie lautet Ihr abschließen des Fazit?
Christof Miska: Egal, auf welchen Ansatz des New Leadership man sich beruft – „die helle Seite“ von Leadership gilt es, immer wieder proaktiv in den Fokus zu rücken, denn: Die dunkle Seite von Leadership zieht womöglich mehr Aufmerksamkeit auf sich, aber die helle Seite macht Unternehmen erst wirklich zukunftsfähig, innovativ und resilient.
Das Wichtigste aus dem Artikel:
Toxische Führung und ihre Auswirkungen: Toxische Führung zeichnet sich durch Machtmissbrauch, Manipulation und mangelnde Wertschätzung aus, was zu einem Umfeld von Stress und Misstrauen führt.
Forschungsergebnisse: Studien deuten darauf hin, dass betroffene CEOs oft machiavellistische und narzisstische Züge aufweisen, die zu Machtmissbrauch und Korruption führen.
Von Elisabeth Zangerl, erschienen am 15.02.2025 in der Tiroler Tageszeitung
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