Start-up gründen leicht gemacht

Mit einer innovativen Idee durchstarten? In Tirol gibt es eine lebendige Start-up-Szene. Seit zehn Jahren unterstützt die Initiative Startup.Tirol GründerInnen von der Idee zur Umsetzung.

Start-ups sind weltweit zentrale Motoren für Innovation, wirtschaftliches Wachstum und gesellschaftlichen Wandel. Und auch in Tirol gibt es eine lebendige Start-up-Szene. Startup.Tirol, ein Dreh- und Angelpunkt zur Unterstützung und Vernetzung, unterstützt seit zehn Jahren GründerInnen mit Programmen, um frische Ideen in erfolgreiche Unternehmen zu verwandeln. „Ein Start-up ist innovativ, skalierbar und nicht älter als zehn Jahre“, erklärt Lisa Spöck von Startup.Tirol. Allein hierzulande gibt es derzeit rund 300 Start-ups, was im Verhältnis zur Einwohnerzahl Platz zwei in Österreich bedeutet – direkt hinter Wien. Besonders stark vertreten sind in Tirol Branchen wie Life Sciences, Tourismus und zunehmend auch der Klimabereich.

Was macht ein Start-up erfolgreich? „Die Idee ist der Ausgangspunkt. Es ist wichtig, zu prüfen, ob es einen Markt dafür gibt und ob der Zeitpunkt passt“, betont Spöck. Dabei sei es entscheidend, die Idee nicht nur im eigenen Umfeld, sondern auch extern zu validieren. „Man muss sicherstellen, dass Menschen bereit sind, dafür zu bezahlen.“ Ein weiterer Schlüsselfaktor ist das Team: „Ein möglichst diverses Team mit unterschiedlichen Kompetenzen ist ideal. Es geht nicht nur um Fachwissen, sondern auch darum, wie gut man harmoniert und zusammenarbeitet.“

Unterstützung und Netzwerk

Die Motivation und das Arbeitsklima spielen ebenfalls eine große Rolle. Und auch das Bewusstsein für die eigenen Leistungsgrenzen. „Gerade in der intensiven Gründungsphase ist es wichtig, auf die eigene Gesundheit zu achten und Burn-out vorzubeugen.“

Startup.Tirol und die dahinterstehenden Player – Interessenvertretungen, Hochschulen – bieten Vernetzung, Bewusstseinsbildung und Unterstützungsprogramme an. Das Inn-Cubator-Programm zum Beispiel ist ein Trainingsprogramm, das dabei hilft, aus der Idee ein Geschäftsmodell und Prototypen zu entwickeln.

Schwierige Investorensuche

„Unser BoostUp!-Programm begleitet anschließend die GründerInnen mit technologie- oder wissensbasiertem Geschäftsmodell ein Jahr lang mit Workshops, individueller Beratung und externen Coaches auf dem Weg zum Markt eintritt“, so Spöck. Zusätzlich gibt es im Rahmen des Boost Up!-Programms die Tiroler Start-up-Förderung, die bis zu 20.000 Euro beträgt.

Auch die Suche nach Investoren wird im Tiroler Startup Ökosystem unterstützt. „Es gibt Veranstaltungen wie den Business Angels Summit, bei dem nationale und internationale InvestorInnen zusammenkommen“, erklärt Spöck. Dennoch bleibt die Finanzierung eine Herausforderung, besonders in späteren Wachstumsphasen. „Wachstumskapital ist oft schwer zu finden.“ Doch es gibt genügend Beispiele für erfolgreiche Tiroler Start-ups: etwa Txture, das im Bereich Cloud-Daten tätig ist und kürzlich von IBM übernommen wurde. Ein weiteres innovatives Unternehmen ist das Innsbrucker Start-up 21energy, das Heizsysteme entwickelt und vertreibt, die Hochleistungscomputer nutzen, um sowohl Wärme als auch Bitcoin zu erzeugen.


Ein Start-up ist eine spezifische Form der Unternehmensgründung mit hoher Innovationskraft.
 

Oder auch die KI-Plattform Doc2Me, die Ärzten hilft, ihre medizinische Expertise online sichtbar zu machen. Doc2Me Mitgründerin Lina Graf hatte bereits als 23-Jährige erfolgreich das Start-up Femble, eine Frauengesundheits-App, an den Start gebracht. „Diese Beispiele zeigen, welches Potenzial in der Tiroler Start-up-Szene steckt“, sagt Spöck. „Wir arbeiten eng mit allen Institutionen zusammen, um GründerInnen bestmöglich zu unterstützen“, betont sie.

Hohe Überlebensrate

Die Erfolgsquote spricht für sich: „Start-ups, die von uns betreut werden, haben eine Überlebensrate von 80 Prozent nach sieben Jahren – im Vergleich zu 50 Prozent ohne Unterstützung.“

Mit Programmen wie dem Bootcamp „Beyond [her] Lab“ richtet sich Startup.Tirol zudem auch speziell an junge Forscherinnen. Das Ziel dabei sei, wissenschaftliche Erkenntnisse in marktfähige Lösungen zu verwandeln.

„Es ist wichtig, das Bewusst sein zu schaffen, dass jeder die Möglichkeit hat, ein Start-up zu gründen“, so Spöck.

Erschienen am 21.03.2026 in der Tiroler Tageszeitung

Das Wichtigste aus dem Artikel: 

Zentrale Rolle von Start-ups in Tirol: Start-ups sind Treiber für Innovation und wirtschaftliches Wachstum. Tirol belegt mit rund 300 Start-ups, besonders in den Bereichen Life Sciences, Tourismus und Klimawandel, österreichweit Platz zwei hinter Wien.

Erfolgsfaktoren für Start-upsDer Schlüssel zum Erfolg liegt in einer marktfähigen Idee, einem divers aufgestellten Team und der Validierung außerhalb des eigenen Umfelds.

Finanzierung von Start-upsDie Investorensuche bleibt eine Herausforderung, besonders in Wachstumsphasen. Veranstaltungen wie der Business Angels Summit fördern den Zugang zu Kapital.

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