Tiroler Dialekt kommt bei Bewerbung gut an

Im Bewerbungsgespräch punkten: Mit Tiroler Dialekt und guter Vorbereitung authentisch auftreten. Redner Gerald Kern gibt Tipps.

Im Bewerbungsgespräch punkten: Mit Tiroler Dialekt und guter Vorbereitung authentisch auftreten. Redner Gerald Kern gibt Tipps.

Innsbruck - Der erste Eindruck im Bewerbungsgespräch zählt. Neben einem gepflegten und angemessenen Aussehen sowie einer gut aufbereiteten Bewerbungsmappe spielen auch die rhetorischen Künste eine große Rolle für die Bewerber. Die Mischung macht es aus: Vor allem, um sprachlich punkten zu können, sind überlegte Antworten, aber ein dennoch natürliches Auftreten von Vorteil. Aber wie natürlich darf es tatsächlich sein? Gerald Kern, österreichischer Trainer, Autor und Speaker, meint, es muss nicht immer Hochdeutsch sein, um seriös zu wirken. Stattdessen funktioniert durchaus auch die einfache Variante: "Ein schöner Tiroler Dialekt. Natürlich, aber bewusst schön."Kern unterstützt Unternehmen dabei, sich besser zu präsentieren und erfolgreicher zu verkaufen. Im Zuge der UNIT-Akademie hielt der gebürtige Oberösterreicher bereits zahlreiche Seminare zum Thema Rhetorik und richtiges Präsentieren. Laut dem Speaker und Trainer fängt alles bei der Vorbereitung an:

"Man sollte sich nicht nur mit den klassischen 30 Bewerbungsfragen auseinandersetzen, sondern auch im Auge behalten, für welches Unternehmen und welchen Beruf man sich überhaupt bewirbt. Dann weiß man, worauf es beim jeweiligen Bewerbungsgespräch ankommt."

Die Unternehmen selbst wollen die Bewerberinnen und Bewerber primär erst einmal kennen lernen. Vorbereitet zu einem Bewerbungsgespräch zu gehen, ist eine gute Sache, allerdings "sollte man darauf achten, nicht zu vorbereitet und trainiert zu wirken. Das kommt unter Umständen nicht gut an." Die Antworten auf eventuelle Bewerbungsfragen wirken dann womöglich auswendig gelernt - "vor allem bei zu schneller Reaktion", meint Kern."Natürlich kann man sich auf bestimmte Fragen vorbereiten, um aber besonders authentisch zu wirken, empfehle ich, sich beim Antworten Zeit zu lassen", betont der Oberösterreicher. Was die gezielte Vorbereitung auf einzelne Fragen betrifft, so sollte man hier vor allem an zweierlei denken:"Welche Punkte in meinem Lebenslauf werfen möglicherweise Fragen auf? Wofür könnte sich speziell dieses Unternehmen interessieren?" Auf die klassische Aufforderung, wie beispielsweise "etwas von sich zu erzählen", kann man viel kreativer antworten, als schlichtweg seinen eigenen Lebenslauf zu wiederholen: "Hier bietet es sich an, speziell aufgewünschte Qualitäten und Qualifikationen des Unternehmens einzugehen. Man muss sich verkaufen können und erklären, warum man genau die Person ist, die das Unternehmen sucht." Viele verstehen gerade diesen Aspekt falsch: "Es geht hier nicht nur um Eigenvermarktung. Unternehmen wünschen sich, dass sich der Bewerber vor allem mit der Unternehmensphilosophie auseinandersetzt und dass dieser weiß, wofür das Unternehmen steht", erklärt Kern. Der wichtigste Tipp für ein gelungenes Bewerbungsgespräch ist, "sich nicht nur auf das Gespräch an sich vorzubereiten". Auch Kleidung, Gestik und Mimik haben Einfluss: "Von den Personalchefs wird generell das gesamte Erscheinungsbild analysiert. Da kommt es auf viel mehr als nur die richtigen Antworten an."

Erschienen am 30.05.2020 in der Tiroler Tageszeitung

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