Und täglich grüßt die gleiche Arbeit

Routine im Job: Jeden Tag die gleichen Handlungen und Arbeitsabläufe. Viele Menschen langweilt die Wiederholung im Job. Der Trott sei aber wichtig. Denn: Routinen geben Sicherheit und können entlasten.

Und täglich grüßen die gleichen Arbeitsabläufe: jeden Tag Regale einräumen, Schriftsätze abtippen, Dokumente einscannen. Von Routine spricht man dann, wenn die gleichen Aufgaben und Handlungen immer und immer wieder getätigt werden. Auf den ersten Blick klingt das langweilig und monoton. Das ist aber nur ein Aspekt. Denn: Wir Menschen brauchen diesen alltäglichen Trott. „Das richtige Maß an Routinen gibt Klarheit und Sicherheit, sie können als Entlastung nach hochkomplexen Aufgaben dienen oder auch einen Einstieg in den Arbeitsalltag darstellen“, erklärt Veronika Salzmann Widerin. Salzmann-Widerin ist Arbeitspsychologin der Gemeinschaftspraxis Mag. Elke Mitterer.

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Routine ensteht durch immer wiederkehrende Aufgaben

 
„Das richtige Maß an Routinen gibt Klarheit und Sicherheit, sie können als Entlastung dienen.“

Auch Arbeitskleidung kann Routine sein:

Diese Routinen erleichtern unseren Arbeitsalltag. Sie seien eingeübte Handlungsmuster, die die Effizienz im Arbeitsprozess steigern, weil nicht darüber nachgedacht werden müsse. Das kann eine bestimmte Arbeitskleidung genauso sein wie der Arbeitsbeginn oder die Morgenroutine. Wer also als Krankenpfleger oder Flugbegleiter arbeitet, muss nicht täglich entscheiden, was er im Job anziehen soll. Und wer regelmäßig um 8 Uhr Früh seine Arbeit beginnt, muss sich nicht fragen oder im Kalender nachsehen, wann der Tag startet oder der erste Termin eingetragen ist. „Routinen steuern unseren Tagesablauf und minimieren Entscheidungsprozesse.“ Wie beispielsweise beim Autofahren oder beim Kassieren an der Supermarktkasse. „Routinierte Arbeitsabläufe erleichtern den Arbeitsalltag, machen diesen planbar, vorhersehbar und geben Orientierung“, versichert die Expertin.

Es braucht Gleichgewicht zwischen Routine und Herausforderung:

Im beruflichen wie im privaten Alltag herrscht also idealerweise ein Wechselspiel von Routine und Herausforderung. Von Komfortzone und Lernzone. Ein Gleichgewicht sei hier essenziell. Zu viel Routine lähme und mache starr. Ein Zuviel an kognitiv anspruchsvollen Aufgaben könne Überforderung, Ängste, Unsicherheit oder sogar Selbstzweifel auslösen, so die Arbeitspsychologin. Routinen können auch negativ erlebt werden. Nämlich dann, wenn es einen Überfluss davon im Arbeitsleben gibt. Dazu erklärt Salzmann Widerin: „Weil Routinen gleichförmig wiederkehrende Handlungen darstellen, können sie auch ermüdend wirken. Es fehlen die Anreize, die Herausforderungen und die Abwechslung.“ In diesem Zusammenhang spricht die Arbeitspsychologie von psychischer Sättigung. Aber die Expertin entwarnt. Denn auch negativ empfundene Routine könne umgedeutet werden. Man spricht hier von Reframing, also der Umdeutung.

 

Dokumente einscannen gehört auch zur Routine

„Auch negativ empfundene Routine kann umgedeutet werden, man spricht hier von Reframing.“

Gelingt es mir, die Routine neu zu bewerten? Ihr Sinn zu geben? Das Stichwort hierzu sei Selbstwirksamkeit. Das ist die Überzeugung, dass man als Person gezielt Einfluss auf die Dinge und die Welt nehmen kann“, konkretisiert sie. So kann ich den Fokus auf die Sinnhaftigkeit der Arbeitsroutine legen. Etwa bei Archivierungsarbeiten oder beim Scannen von Dokumenten solle man sich die Frage stellen, inwiefern dieser Arbeitsablauf der Gesamtheit diene, erläutert die Psychologin. Infolgedessen bedeutet Monotonie nicht zwangsläufig einen Verlust der Motivation. Gelingt es, den persönlichen oder betrieblichen Sinn im Fokus zu haben, könne eine monotone Arbeit sogar bereichernd erlebt werden, fügt Salzmann-Widerin hinzu. Sogar bei Fließbandarbeiten.

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Erschienen am 6.02.2021 in der Tiroler Tageszeitung

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