Urlaubsgefühl im Büro

Mikropausen und Urlaubserinnerungen im Job tragen zur langfristigen Erholung bei.

Wien - Wir wissen derzeit nicht, ob heuer ein Urlaub an der Küste Spaniens oder eine Sightseeing-Tour in London möglich sein wird. Ein Heimaturlaub in Österreich oder ein Urlaub zuhause können indes gute Alternativen sein. Trotz Vorfreude auf die Auszeit bieten die Tage und Wochen vor Urlaubsbeginn einen erhöhten Stresspegel. Urlaubsvertretungen müssen organisiert werden, der Urlaub muss vorbereitet werden, man möchte so viel Büro Arbeit wie möglich im Vorfeld erledigen.

Dadurch werden Menschen oft bei Urlaubsantritt krank, besser bekannt unter dem Begriff "Leisure Sickness", also der Freizeitkrankheit. Wie man dem entgegenwirken und ein Urlaubsfeeling im Businessalltag schaffen kann, weiß Businesscoach Brigitte Zadrobilek: "Damit die langfristige Erholung nicht zu kurz kommt und man im Büro nicht gleich wieder ausgelaugt ist, sollte man Urlaubselemente in den Joballtag einbauen." Das seien Kleinigkeiten mit großer Wirkung: Wer im vergangenen Sommer etwa in Griechenland war, macht sich im Büro einen griechischen Salat, stellt sich ein Glas mit Sand und Muscheln auf den Schreibtisch oder erinnert sich mit einem Strandfoto an das Urlaubsgefühl.

Eine gute Übung sei der Miniurlaub, sagt Zadrobilek. Dafür wird eine Liste mit 20 bis 30 Dingen erstellt, die auch im Urlaub gerne getan werden. "Jeden Tag versucht man dann einen Punkt dieser Liste umzusetzen", schildert der Stresscoach. Dafür muss man nicht zwei Stunden investieren, eine halbe Stunde reiche bereits. "Am Ende der Woche reflektiert man schließlich, was sich im Vergleich zu vorher verändert hat", rät Zadrobilek weiters. Generell plädiert die Wienerin darüber hinaus dazu, vermehrt Mikropausen, ca. 20 bis 30 pro Tag, in die Arbeitszeit zu integrieren. Das sind Pausen von ein paar Sekunden bis zu einer Minute, in denen man sich dehnt, streckt, die Fäuste ballt, die Augen schließt, bewusst die Pflanzen gießt oder sich an den vergangenen Urlaub erinnert.

"Ein stressiger Arbeitstag lässt uns nämlich Pausen vergessen, besonders im Home-Office", so Zadrobilek.

Spätestens nach 90 Minuten brauche jeder eine kurze Auszeit. Wer sich nicht daran hält, baut Leistung ab und macht vermehrt Fehler: "Wenn ich durcharbeite, ohne Ruhepausen, kostet mich das viel Energie. Dann schaffe ich abends gar nichts mehr, weil ich zu ausgelaugt bin."

Von Nina Zacke, erschienen am 04.07.2020 in der Tiroler Tageszeitung

Sie sind noch auf der Suche nach der passenden Stelle? Jetzt die aktuellsten Stellenanzeigen auf jobs.tt.com ansehen

 

Job-Blog Mehr Artikel

Tief nach den Ferien? So bleibt das Urlaubsfeeling lange erhalten

Wer kennt es nicht, man ist den ersten Tag zurück im Büro und fühlt sich schon wieder urlaubsreif. Was man gegen den Blues nach dem Urlaub tun kann und wie man den Erholungseffekt im Alltag „konserviert", verrät die Psychologin Melanie Hausler.

Wer gut schläft, ist im Job kreativer

Schlaf hat etliche positive Effekte, etwa auch auf die Produktivität und Kreativität im Job. Die Psychologin Sabine Senn erzählt im TT-Interview, warum und wie wichtig ein Power-Nap am Arbeitsplatz wäre.

Tipps für die perfekte Bewerbung: So beeindruckt man die Personaler

Wie detailliert muss der Lebenslauf sein? Was tun mit Lücken? Welches Foto ist zu wählen? Darf man bei der Bewerbung kreativ sein? Diese Fragen stellen sich viele, die sich für eine neue Stelle bewerben wollen.

Job-Blog Mehr Artikel

Wer gut schläft, ist im Job kreativer

Schlaf hat etliche positive Effekte, etwa auch auf die Produktivität und Kreativität im Job. Die Psychologin Sabine Senn erzählt im TT-Interview, warum und wie wichtig ein Power-Nap am Arbeitsplatz wäre.

Jobportrait: Umwelt- und Abfallmanager - Jeden Tag die Welt retten

Bei ihm wird Umweltschutz konkret: Dustin Klüger ist Umwelt- und Abfallberater in Innsbruck und damit Ansprechpartner bei Fragen zur Vermeidung bzw. richtigen Entsorgung von Abfällen.

Jobportrait: Marketingmanager - Die perfekte Strategie allein reicht nicht aus

Online-Marketing-Manager Marc Heiss hilft Unternehmen dabei, deren Präsenz im Netz aufzubauen und stetig zu verbessern.

Jobportrait: Softwareentwicklerin - die Computerflüsterin

Softwareentwicklerin Sabrina Egger tüftelt Computerprogramme für die Logistikbranche aus. Wichtig dafür ist die Kommunikation mit dem Kunden.

Jobportrait: Schwimmlehrerin - Mit Blubberblase und Seestern zum Schwimmerfolg

Christl Herbert ist Schwimmlehrerin für Babys und Kinder. Mit Kreativität und sicherem Auftreten sorgt sie für Spaß und Sicherheit im Wasser.

Tief nach den Ferien? So bleibt das Urlaubsfeeling lange erhalten

Wer kennt es nicht, man ist den ersten Tag zurück im Büro und fühlt sich schon wieder urlaubsreif. Was man gegen den Blues nach dem Urlaub tun kann und wie man den Erholungseffekt im Alltag „konserviert", verrät die Psychologin Melanie Hausler.

Wie man Kritik äußert und sie besser annehmen kann

Im „Gut zu wissen"-Podcast spricht der Tiroler Mental-Coach Axel Mitterer mit Vanessa Grill darüber, wie man richtig auf Kritik reagiert und wie man Kritik anbringt, damit sie gehört und ernstgenommen wird, ohne dabei jemanden zu verletzen.