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Wie Führungskräfte zukunftsfit werden
Wie kann Führen gelingen, wenn Unsicherheit und Unplanbarkeit zunehmen? Barbara Stöttinger, Dekanin der WU Executive Academy in Wien, erklärt, was Führungskräfte in (Krisen-)Zeiten unbedingt mitbringen sollten.

Wien – Wie muss Führung in einer Welt aussehen, die von Chaos, Unsicherheit und völliger Unplanbarkeit geprägt ist? Mit dieser Frage hat sich Barbara Stöttinger, Dekanin der WU Executive Academy an der Wirtschaftsuniversität Wien, auseinandergesetzt. Dabei hat sie definiert, welche Fähigkeiten und welche Denkweise Führungskräfte in Zukunft brauchen werden.
Während Führungskräfte in den Jahren 2020 und 2021 damit beschäftigt waren, pandemiebedingte Krisen-Achterbahnfahrten zu steuern sowie Home-Office und hybrides Arbeiten in den Unternehmen umzusetzen, war das Jahr 2022 laut der Dekanin davon geprägt, neue Businessmodelle weiterzuentwickeln und die neuen Arbeitsweisen weiter zu etablieren und zu verbessern.
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Die Menschen seien mit jeder weiteren Krise und zusätzlichen Unsicherheit in eine Welt geschlittert, in der alle bisherigen Werte und Regeln nicht mehr gelten. Auch Märkte brechen unvorhergesehen in sich zusammen, wie etwa die plötzliche Pleite der Kryptobörse FTX oder die Energiekrise zeigten. Diese kollektive Verunsicherung könnte eine zukunftsfähige Führungsentwicklung beeinträchtigen, meint Stöttinger. Sie fasst ihre Tipps an Führungskräfte in sechs „Musthaves“ zusammen.
Vorneweg: „Business as usual wird es nicht mehr geben“, sagt die Expertin. Führungskräfte müssten sich stark mit der strategischen Vorausschau beschäftigen – denn Krisen können jederzeit auftauchen, sagt die Fachfrau. Es gehe darum, sich unterschiedliche, mögliche Szenarien darüber auszumalen, wie die Zukunft aussehen wird, um sie so strategisch mitzugestalten. Im Kurzprogramm „Strategic Management“ der WU Executive Academy etwa lernen Führungskräfte dazu Werkzeuge und Methoden kennen.

Führungskräfte können mit ihrem Verhalten viel dazu beitragen, ihre Mitarbeiter zu motivieren.
In einem weiteren Punkt geht es darum, unternehmerische und persönliche Resilienz zu fördern: „Resilienz entsteht, wenn wir kleine Erfolgsschritte anerkennen und uns damit anfreunden, dass die Dinge eben nicht mehr so werden wie zuvor“, erklärt Stöttinger. An der Akademie können Führungskräfte dafür beispielsweise Seminare für Mentaltraining oder Konfliktmanagement belegen. Auch sollte ein auf Unternehmensvision ausgerichtetes Führungsmanagement forciert werden. Ein weiteres Programm, das Chefs absolvieren können, widmet sich den so genannten „Pioneers“-Qualitäten, dazu gehören Empathie ebenso wie Intuition oder ein konstruktiver Umgang mit Emotionen. Weiters sollten Lernräume auf Augenhöhe geboten werden, in denen strukturiert Themen diskutieren werden können. Dabei können Führungskräfte Anregungen und Erfahrungswerte von anderen einholen und erst dann ins Tun kommen.
Dabei solle der Fokus auch weiterhin verstärkt auf neue Technologien gelegt werden. „Neue technologische Entwicklungen wie etwa das Web3 (eine neue Generation des Internet, Anm.) mit seinen virtuellen Metaverses und Krypto-Trends wie etwa NFTs führen zu neuen Geschäftsfeldern und -chancen“, erklärt Barbara Stöttinger. An der WU Executive Academy wird ab diesem Frühjahr auch ein Kurs zu diesen Themen angeboten.
Von Elisabeth Zangerl, erschienen am 22.04.2023 in der Tiroler Tageszeitung
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