Tipps für die Gehaltsverhandlung von Unternehmenstrainer Gerald Kern

 

Die Gehaltsverhandlung wird von Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen oft gescheut und als ein heikles Thema wahrgenommen. Der Tiroler Unternehmenstrainer Gerald Kern spricht im Interview mit top.tirol über seine Kernthemen „Präsentieren“, „Verkaufen“ und „Schlagfertige Preisverhandlungen“. Er erklärt, wie man daraus eine Strategie für die Gehaltsverhandlung ausarbeiten kann.

Gehalt  

Zeitpunkt der Verhandlung:
Wenn Sie sich vor Gehaltsverhandlungen scheuen und lieber darauf verzichten, geben Sie laut Gerald Kern Ihrem Arbeitgeber das Gefühl, dass Sie genau richtig entlohnt werden und sich nicht mehr erwarten. Darum sollten Sie vor einer Gehaltsverhandlung nicht zurückschrecken. Alle zwei Jahre ist eine Verhandlung laut der Meinung des Experten angebracht. Wenn sich das Anforderungsprofil Ihres Postens verändert oder Sie das Gefühl haben nicht mehr leistungsgerecht entlohnt zu werden, sollten Sie auch eine Gehaltsverhandlung ins Auge fassen.
Generell können Sie eine Erhöhung des Gehaltes von 5 bis 10 Prozent des Bruttolohns alle zwei Jahre anstreben. Diese Lohnerhöhung wäre realistisch. Für eine Gehaltserhöhung von mehr als 15 Prozent, ist es wichtig, den Mehrwert, den Sie für das Unternehmen erzielt haben, deutlich hervorzuheben. 

Vorbereitung auf die Gehaltsverhandlung:
Informieren Sie sich bei Vertrauten in der Firma oder im Internet über die grundsätzlichen Möglichkeiten. So können Sie überhöhte oder unrealistische Gehaltswünsche vermeiden. Bedenken Sie, dass eine Gehaltsverhandlung eine Art Verkaufsgespräch darstellt. Sie sollten mit soliden Begründungen untermauern können, warum Sie mehr Geld verdient haben. Sie können jeden Arbeitstag als Vorbereitung für die Gehaltsverhandlung sehen. Verkaufen Sie sich in Sitzungen oder bei neuen Projekten von Anfang an gut und führen Sie ein Leistungstagebuch. Wichtig ist es auch, Ihre Leistung nicht von einer Gehaltserhöhung abhängig zu machen. Ein besonderer Tipp von Gerald Kern ist, den Vorgesetzten nach einer Einschätzung Ihrer Arbeitsleistung zu fragen. So können Sie sich eine solide Verhandlungsposition erarbeiten. Der Experte betont wie wichtig es ist, das Hauptaugenmerk während der Verhandlung auf Ihre Leistung und die Vorteile, die sich dadurch für das Unternehmen ergeben haben, zu legen. Die richtige Kleidungswahl oder die richtige Stimmlage können die Verhandlung zwar beeinflussen, sind aber in diesem Fall nicht die Hauptthemen, die Sie beachten sollten.

Negativer Ausgang der Gehaltsverhandlung
Reagieren Sie auf ein „Nein“ des Vorgesetzten nicht gekränkt oder drohend. Gerald Kern rät dazu, nochmal beim Vorgesetzten nachzufragen. Zögert Ihr Vorgesetzter, können Sie dies als Indiz für eventuell noch vorhandene Spielräume ansehen. Kommt vom Vorgesetzten ein schnelles, bestimmtes „Nein“, trauen Sie sich in die Offensive zu gehen. Fragen Sie nach, was sie beim nächsten Mal anders machen können um erfolgreicher zu sein.


 

  Gerald Kern, (c) TARGET Group Axel Springer

 



Gerald Kern, (c) TARGET GROUP/Axel Springer

Gerald Kern ist Trainer, Autor und Speaker.
Zu seinen Tiroler Kunden zählen unter anderem booking.com, Ikea, die RLB und die Wirtschaftskammer Tirol.
 


Das ausführliche Interview mit Gerald Kern ist im Magazin top.tirol, Ausgabe 01/2018, erschienen. Das vollständige Interview lesen