Ein falscher Blick zerstört das Foto

Wer glaubt, für ein gutes Foto brauche es nur die richtige Haltung, der täuscht sich. Gerade bei verschränkten Armen, der neuen Mode-Pose, kommt es auf viel an.

Innsbruck - Verschränkte Arme - es scheint das neue Qualitätssiegel für ein gutes Foto zu sein. Ob bei Bewerbungsbildern, Zeitungsannoncen, der Präsentation eines neuen Führungsteams oder auf der Homepage eines Unternehmens - die Pose ist in den verschiedensten Branchen beliebt. Dabei wurde in der Vergangenheit von der Haltung oft abgeraten. "Man hat früher in Schulungen gelernt, dass das Armeverschränken Verschlossenheit signalisiert. Das wird heute nur in unterdurchschnittlichen Schulungen erklärt. Denn mit einer einzelnen Geste kann man einen Menschen nicht einschätzen", ist für den Körpersprache-Experten Stefan Verra klar.

Schon alleine die Art, wie in die Kamera geschaut wird, kann die verschiedensten Signale aussenden. "Ein leicht gesenkter Kopf, Stirnrunzeln und der Blick frontal in die Kamera wirkt aggressiv und zornig. Wenn hingegen z. B. eine Frau die Arme locker verschränkt und der Blick von der Seite etwas geneigt ist, kann es sogar ein bisschen als Flirt wirken", so der Osttiroler Autor.

Auch für Personalmanagement-Expertin Jasmin Walch von Duftner & Partner kommt es auf das Wie des Fotos an: "Verschränkte Arme wirken mit einem Lächeln natürlich anders. Aufgrund von Fotos kann man nicht auf den Werdegang eines Bewerbers rückschließen. Aber dennoch sollte man darauf achten, ein gutes Foto auszuwählen. Ist man sich unsicher, sollte darauf verzichtet werden."

Die beiden Experten sind sich einig, was ein absolutes No-Go ist: die Hände hängen lassen. "Es gibt drei wichtige Körperteile, die man in einem Bild unbedingt sehen sollte. Und zwar die Augen, den Mund und die Hände. Fotografen wollen daher oft, dass die Arme verschränkt werden, um so die Hände ins Bild zu bekommen", hält Verra fest. Die Idee gehe auf die Anfänge der Fotografie zurück: "Dies hat seit dem 19. Jahrhundert Tradition. Die Belichtung hat dermaßen lange gedauert, dass es eine Pose brauchte, die man leicht halten konnte. Daher schauen die meisten Personen auf alten Bildern auch ernst."

Durch die moderne Technik ist dies jedoch nicht mehr notwendig, statt die Arme noch länger zu verschränken, könnte man Dynamik in das Bild bringen und dem Foto einen persönlichen Stempel verpassen. "Man muss auf den Bildern authentisch wirken und sich so zeigen, wie man sich wohlfühlt. Wenn jemand z. B. kein Anzugträger ist, sollte er sich so auch nicht zeigen", betont Walch.

Politikern sollte man es jedoch nicht nachmachen. "Die so genannte Merkel-Raute ist man bei Angela Merkel mittlerweile gewohnt. Als die heimische Bundesregierung es ihr bei einem TV-Auftritt nachmachte, wurde sie durch den Kakao gezogen", so Verra.

Von Manuel Lutz, erschienen am 20.08.2020 in der Tiroler Tageszeitung

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