Erfolgreicher Berufsstart mit Lehre

Was ist eigentlich eine Lehre? Für wen ist die Lehre geeignet und welche Karrieremöglichkeiten gibt es nach einem Abschluss?

108.000 Lehrlinge gab es Ende 2022 in Österreich – in den letzten zehn Jahren ist diese Zahl fast stetig gesunken, was in den letzten Jahren sogar zu einem erheblichen Mangel an Lehrlingen führte. Die Chancen für qualifizierte Fachkräfte mit Abschluss einer Lehre stehen auf dem Arbeitsmarkt also derzeit so gut wie nie. Eine Lehre vereint von Beginn an die Vorzüge einer betrieblichen und einer schulischen Ausbildung: Man erlernt einen konkreten Beruf gleichzeitig in einem Betrieb und in einer Berufsschule. Es gibt rund 200 verschiedene Lehrberufe in Österreich, bei denen die Ausbildung meist zwischen drei und vier Jahren dauert. Die Voraussetzung für den Start einer Lehre in Österreich ist die Erfüllung der Schulpflicht, also der Abschluss der neunten Klasse.

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„Während der Lehre herrscht zugleich ein Ausbildungsund Arbeitsverhältnis. Das heißt, der Betrieb bezahlt den Lehrling bereits während der Ausbildung, und dieser profitiert zusätzlich vom großen Praxisbezug durch die Arbeit in einer Firma“, erklärt Helmut Wittmer, Leiter des Lehrvertragsservices an der WK Tirol. Außerdem werden die Jugendlichen durch das eigene Einkommen unabhängiger und entwickeln soziale Kompetenzen weiter.

Besondere Lehrmodelle für besondere Bedürfnisse

Zusätzlich sind die Ausbildungsmodelle in den letzten Jahren sehr flexibel geworden: „In Tirol gibt es zum Beispiel über 600 Lehrlinge mit besonderen Bedürfnissen, die in einer verlängerten Lehrzeit behutsam in den Arbeitsalltag integriert werden“, erzählt Wittmer. Auch eine Lehre in Teilzeit, beispielsweise bei gesundheitlichen Problemen, oder in Kombination mit einem Leistungssport ist möglich. Selbst für Maturanten gibt es spezielle Ausbildungsformen: Über 400 Lehrlinge mit Matura werden in Tirol zum Teil in eigenen Berufsschulklassen ausgebildet. Am WIFI oder BFI kann berufsbegleitend zur Lehre auch die Matura absolviert werden.

Praxis auf hohem Niveau

„Die Lehre ist für jeden, aber besonders für Jugendliche mit sehr praktischer Veranlagung geeignet. Man genießt eine moderne Ausbildung auf neuestem technischen Niveau und steht schon mit beiden Beinen im Arbeitsleben – die Chancen für eine Übernahme nach dem Lehrabschluss sind nämlich sehr gut“, erklärt Wittmer. Nach einer abgeschlossenen Lehre stehen den Fachkräften oft zahlreiche Karrieremöglichkeiten offen: „Viele absolvieren im Laufe der Karriere zusätzlich die Meisterprüfung oder nehmen andere Weiterbildungsmöglichkeiten in Anspruch. Oft kann die Lehre auch das Sprungbrett für die Selbstständigkeit sein“, so Wittmer.

Er betont besonders den enormen Stellenwert der Lehre für die Gesellschaft, in der qualifizierte Fachkräfte so dringend benötigt werden. Wittmer engagiert sich außerdem dafür, die Lehre auch für AHS-Maturanten als attraktive Alternative zum Studium anzubieten: „Maturanten können eine nachfolgende Fachberufslehre nämlich in einer um ein Jahr verkürzten Ausbildungszeit absolvieren. Es ist wichtig, dass auch dieser Berufsweg als Möglichkeit nach der Matura wieder mehr mitgedacht wird.“ 

Von Johanna Muro, erschienen am 13.05.2023 in der Sonderbeilage "Lehrstellen" Tiroler Tageszeitung

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