Wie die Arbeitswelt in der Zukunft tickt

Zukunftsforscher sehen im Arbeitsmodell „New Work“ den Megatrend der kommenden Jahre. In Tiroler Firmen kommt Bewegung hinein, sagt der heimische New-Work-Experte Andreas Ablinger.

Innsbruck – Der New-Work-Gedanke geht auf den österreichischamerikanischen Philosophen Frithjof Bergmann zurück, welcher am Pfingstmontag vor zwei Jahren verstorben ist. Sein Thema war die philosophische Fragestellung nach der Freiheit des Menschen. Dabei kam er zu dem Ergebnis, dass Arbeit den Menschen unfrei mache und dass das bisherige Arbeitsmodell unweigerlich zu Ende gehen müsse. Er entwickelte das Modell New Work, welches besagt, dass wir nur jene Arbeit verrichten sollten, die uns Sinnstiftung und Selbstbestimmtheit gibt.

Dazu der Tiroler New-Work-Experte Andreas Ablinger: „Die Covid-19-Pandemie hat gezeigt, dass viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Lage sind, erfolgreich von zu Hause aus zu arbeiten. Dies hat zu einer verstärkten Akzeptanz und Implementierung flexibler Arbeitsmodelle geführt.“

Laut Ablingers Erfahrung setzen sich immer mehr Unternehmen in Tirol mit den Prinzipien von New Work auseinander: „Unternehmen erkennen zunehmend, dass sie talentierte Fachkräfte nur dann gewinnen und halten können, wenn sie attraktive Arbeitsbedingungen und eine positive Arbeitskultur bieten.“

Um ein New-Work-Umfeld im Betrieb zu fördern, gebe es laut Ablinger eine breite Palette an Maßnahmen: „Flexible Arbeitszeiten und Arbeitsorte, eine vertrauensbasierte Unternehmenskultur, die Förderung der Kommunikation und Zusammenarbeit, Investition in Weiterbildung und persönliche Entwicklung, Feedback und Partizipation, Führungskräfteentwicklung, virtuelle Meetings, Chat-Plattformen und Projektmanagement-Tools sind nur einige Beispiele von möglichen New-Work-Maßnahmen“, erklärt Ablinger.

Er berät derzeit Unternehmen in ganz unterschiedlichen Branchen, bestimmte Branchen können aber laut Ablinger besonders aufgeschlossen für New Work sein, etwa die Technologie- und IT-Branchen, Start-ups, die Kreativ- und Designbranchen sowie Unternehmen im Bereich der Dienstleistungen und des Wissensmanagements.

„Diese Branchen haben oft eine größere Flexibilität bei der Umsetzung neuer Arbeitsmodelle und können von den Vorteilen von New Work, erhöhte Mitarbeiterzufriedenheit und mehr Produktivität, stärker profitieren. Die Umsetzung von New- Work-Maßnahmen variiert je nach Unternehmenskontext und individuellen Bedürfnissen“, erklärt Ablinger.

Von Denise Neher, erschienen am 03.06.2023 in der Tiroler Tageszeitung

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