Jobportrait: Maskenbildnerin - „Wie prominent jemand ist, spielt keine Rolle“

Maskenbildnerei ist viel mehr als nur Beauty-Make-up. Für Helene Lang gehört das Lesen des Drehbuchs zur Grundlage ihrer Arbeit.

Wien – Von verschiedenen Modelliermassen über künstliche Gliedmaßen bis hin zu Haarteilen und Perücken: Der Arbeitsplatz von Helene Lang zeigt unüberschaubar viele Arbeitsmittel – denn anders als viele meinen, „ist vor allem Beauty-Make-up nur ein kleiner Teil der Maskenbildnerei“. Für Lang war schon als Kind klar, dass es später etwas mit Film und Gestaltung werden soll. Für ihre Arbeit als Maskenbildnerin konnte die Wienerin sowohl den österreichischen als auch den deutschen Filmpreis abräumen – so beispielsweise auch für „Das finstere Tal“ mit Tobias Moretti in der Hauptrolle.

Ihre Aufträge bekommt Helene Lang hauptsächlich durch Empfehlungen – „es ist zwar ein harter Weg, sich diesen Status zu erarbeiten, aber in der Filmbranche läuft ganz viel über Erfahrung und das damit zusammenhängende Vertrauen. “Am Beginn jedes Projekts steht die Auseinandersetzung mit der jeweiligen Geschichte:

„Das Lesen des Drehbuchs ist die Grundlage für meine Arbeit. Man muss unbedingt einen Eindruck und ein Gefühl für den Film bekommen“, erklärt Lang.

„Dann wird gemeinsam mit Regie, Kamera und vor allem auch Kostüm ein Konzept entwickelt.“ Dabei ist zu klären, um welche Art von Film es sich handelt. Oder auch welche Stimmung und Emotion in der jeweiligen Szene vermittelt werden soll. Aber auch wenn ein Plan steht, „funktioniert sehr viel über Ausprobieren“. Die Maskenbildnerei ist ein sehr breites Fach. Wie extrem die Verwandlung der einzelnen Darsteller wird, hängt ganz von der Geschichte und Art des Films ab. Bei der Fülle an Möglichkeiten und Arbeitsgebieten spezialisieren sich viele Maskenbildner irgendwann auf einen gewissen Bereich.

Für Helene Lang ist vor allem die Arbeit an Historienfilmen eine Vorliebe geworden: „Weil diese Art von Filmen die breiteste Form an Gestaltung bietet“, erzählt die Wienerin. „Kreativität und Realität treffen am Set aufeinander“ – innerhalb dieses Spannungsfeldes muss so organisiert gearbeitet werden, „dass alles im vorgegebenen Geld- und Zeitrahmen bleibt“. Das sei die größte Herausforderung in ihrem Job. Neben einem gewissen Organisationsgeschick und Kreativität müssen Maskenbildner aber auf jeden Fall noch „die Bereitschaft haben, viel und vor allem auch hingebungsvoll zu arbeiten und dabei manchmal andere Dinge hintanzustellen“. Dass man mit bekannten Schauspielern, die in der Öffentlichkeit stehen, zusammenarbeitet, ist für die Maskenbildnerin nichts Besonderes mehr: „Die Vermarktung und die Entstehung eines Films sind zwei Paar Schuhe“, meint Lang. „Wie prominent da jemand ist, spielt keine Rolle. Für eine gute Zusammenarbeit muss man sich immer auf Augenhöhe begegnen.“

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Berufsportrait:


Voraussetzungen: Kreativität, Organisationsgeschick, Spontanität und Hingabe
Ausbildung: BHS in Salzburg „Höhere Lehranstalt für Mode“ – Schulautonome Vertiefung Hairstyling, Visagistik und Maskenbildnerei; Kurz- oder Spezialausbildungen wie bspw. „Maskenbild Basisausbildung“ in Wien; zudem Lehrabschluss als Friseur*in, Kosmetiker*in o. Ä. von Vorteil

Erschienen am 09.01.2021 in der Tiroler Tageszeitung

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